Mit diesen 10 Dingen zeitreisen - ursprünglicher leben

Hello, hello!

Wenn man älter wird, dann ist es wohl normal, dass man ein wenig zur Ruhe kommen möchte und mehr Wert auf andere Dinge legt. Ich werde bald 27 und auch, wenn das noch recht jung ist, kann ich definitiv sagen, dass ich mit 20 noch andere Prioritäten im Leben hatte, als jetzt.

Ich bekomme bald mein erstes Kind, bin verheiratet, lebe mit meinem Mann bereits seit fünf Jahren zusammen und so langsam verändern sich meine Lebensziele.

Aktuell ist mein größtes Ziel einfach, bewusster im Moment zu leben und meine Zeit als solche wahrzunehmen.

Deshalb blogge ich hier auch viel über slow living.




Ich denke aktuell auch viel darüber nach, was es überhaupt für mich bedeutet, bewusster zu leben. Ich finde, darunter kann man viel verstehen: Dass man zum Beispiel auf seinen Fleischkonsum, seinen Plastikkonsum und auf den Klimaschutz achtet. Aber ganz simpel gesagt bedeutet es doch einfach nur sein Handeln und sein Denken bewusst zu verüben - seine Umwelt bewusst wahrzunehmen. Mit offenen Augen zu leben. Nichts einfach nur an sich vorbeiziehen zu lassen.

Ich ernähre mich nicht fleischlos und bin auch kein Nachhaltigkeits-Experte (i try my best), aber bewusst leben bedeutet für mich auch einfach, meine Zeit hier auf der Erde bewusst wahrzunehmen und zu schätzen.



In anderen Zeiten war eben alles anders...


Nein, ich möchte nicht in einer Zeit leben, in der ich als Frau keine Rechte gehabt hätte oder in der es meine Pflicht gewesen wäre, mich um den Haushalt zu kümmern.

Jedoch macht mich die Zeit, in der wir leben, manchmal kirre. Sie überfordert mich. Ich wünsche mir sehr oft einfach, dass unsere Zeit ein wenig entspannter und gleichzeitig seliger wäre - dass sie mehr Herz und Tiefe hätte und wir einfach ein wenig ursprünglicher leben würden.


Wenn es dir auch so geht, dann möchte ich dir heute meine Ideen mitteilen, durch die wir ein wenig Ursprünglichkeit zurück in unsere Leben bringen können, inspiriert durch andere Zeiten - durch andere Generationen.



 


#1: Zeiten ohne Smartphones

#2 Beziehungen und Kontakte

#3: Das Sammeln von Erlebnissen

#4: Analoge Aufnahmen

#5: Locker lassen

#6: Mehr Natürlichkeit

#7: Erwartungen an sich selbst

#8: Geld sparen

#9: Trends vergessen

#10: Backen, Nähen, Briefe schreiben



 


1. Zeiten ohne Smartphones & Social Media (es muss einfach der erste Punkt sein)

Manche können es vielleicht nicht mehr hören, wenn man Social Media so schlecht redet. Natürlich kommt es auch immer darauf an, wie man es nutzt. Für mich jedenfalls ist es ein Übeltäter, der mir manchmal meine mentale Kraft für die wichtigen Dinge im Leben nimmt.

Auf Instagram zum Beispiel werde ich täglich "ungefragt" mit Themen konfrontiert, über die ich mich am Ende so aufrege, dass es mir all meine Kraft raubt.

Nicht nur einmal habe ich wegen irgendwas, was ich dort gesehen habe, geweint oder konnte nicht schlafen, weil ich so sehr über eine Sache nachgedacht habe.


Damit möchte ich nicht sagen, dass es nicht wichtig ist, sich mit Meinungen und ernsten Themen auseinander zu setzen - auf Instagram prasst jedoch die Flut an Themen, die einem zu nah gehen könnten, ungeschützt auf einen ein und das ohne dass man sich mental darauf hätte vorbereiten können.





Ich denke, was uns allen gut tun könnte, wäre, wenn wir Social Media entweder komplett verbannen oder wenigstens so sehr reduzieren würden, dass es diese Macht über unser Gemüt nicht mehr hat.

Wir können so viel wir möchten nur den Leuten folgen, die uns "gut tun" und dennoch können wir dadurch ein ungesundes Verhalten und einen ungesunden Umgang mit den sozialen Plattformen nicht vermeiden.

Denn letztendlich sind diese genau darauf ausgerichtet, irgendwas in uns auszulösen, damit wir sie noch mehr und mehr nutzen.


2. Mehr Wert auf Beziehungen und Kontakte legen

Wenn ich mich an meine Kindheit zurück erinnere, dann fällt mir auf jeden Fall ein, dass meine Mutter mit meinen Schwestern und mir immer bei Freunden und Verwandten zu Besuch war oder sich im Park, im Schwimmbad oder auf dem Spielplatz getroffen hat. Wir waren ständig unterwegs und es wurde extrem viel Wert darauf gelegt, seine Kontakte zu halten.

Nun, wir leben in einer Zeit, in der das durch die Pandemie nur eingeschränkt möglich ist. Dennoch denke ich, dass auch ohne Corona Beziehungen in unserer Generation an Wert verloren haben (und das trotz social media).


Es gibt viel mehr Introvertierte, aber auch viel mehr Menschen, die sich einsam fühlen.

Wenn ich mit meinem Papa durch meine Heimatstadt Wiesbaden laufe, dann ist es manchmal schon fast nervig, wie viele Leute er trifft, mit denen er sich erstmal unterhalten muss. Aber er ist nie einsam.


Ich finde, wenn wir mehr Wert auf unsere Beziehungen legen, können wir davon nur profitieren. Wir werden konfrontiert mit Meinungen, erhalten aber auch Unterstützung, werden gleichzeitig gefordert und bekommen die Chance, Erinnerungen und Erfahrungen zu teilen.

Vor allem für Kinder finde ich es wichtig, dass sie in einem Umfeld aufwachsen, in denen sie von vielen sozialen Kontakten umgeben sind, die ihnen eine Stütze bieten. So sollte es aber auch für Erwachsene sein.


3. Priorität auf das Sammeln von Erlebnissen legen

Ganz oft schummeln wir uns so durch die Tage. Jeder Tag sieht irgendwie ähnlich aus und die einzige Abwechslung bekommen wir im Urlaub oder wenn ausnahmsweise mal ein Arzttermin ansteht (lol).

Auf gar keinen Fall sollten wir uns überfordern, indem wir jeden Tag etwas anderes unternehmen.

Aber Erlebnisse fangen doch schon an, wenn es um Spieleabende mit dem Partner oder um lange Spaziergänge mit dem Hund geht.

Es dreht sich um das Erleben des Lebens.


Auch hier kommt wieder Social Media ins Spiel: Ganz oft scrolle und scrolle und scrolle ich einfach nur, bis ich zur nächsten App wechsle. Wir möchten auf die einfache Weise unterhalten werden, sind vielleicht auch müde und haben keine Kraft dafür, jetzt irgendein großartiges Ereignis aus unserem Abend zu machen.

Aber wie wäre es, deinen Alltag einfach ein wenig auszuschmücken? Sich Pizza zu machen oder Popcorn, mit seinem Partner auf's Sofa zu kuscheln und irgendeinen besonderen Film zu schauen. Und wo wir gerade bei dem Thema sind: Vielleicht sogar ein Schwarz Weiß Film? Oder einen Klassiker aus den 90ern?


4. Analoge Aufnahmen

Mittlerweile existieren doch alle Fotos, die wir haben, irgendwo auf irgendeinem Handy, einer Speicherkarte oder einem USB Stick. Dies ist dein Zeichen: Druck deine Bilder aus, rahme sie ein, klebe sie in ein Fotoalbum.

Unsere Enkel werden wohl kaum noch die Speicherkarte benutzen können oder wollen, auf denen dein halbes Leben gespeichert ist.


Ich habe mir angewöhnt, Fotos auch einfach für mich zu machen - als Erinnerungsstücke. Ich habe meine Kamera dann immer dabei und auch an einfachen Tagen, an denen gar nichts besonderes geplant ist, hole ich sie manchmal raus und schieße schnell ein Foto von meinem Mann oder unserem Hund oder sonstigem.

Diese Fotos drucke ich dann unbearbeitet aus, nur, um irgendwann unseren Kindern sagen zu können: "Schau mal, so sah euer Vater mal aus".


5. Lockerer lassen

Ich habe das Gefühl, dass wir in unserer Generation oft zu versteift sind auf bestimmte Dinge wie Produktivität, Minimalismus, einen gesunden Lifestyle, Sport, schicke Autos, teure Marken Klamotten, die perfekte Wohnung, das perfekte Selfie etc.

Wir wollen alles und das Beste, können aber nicht locker lassen - können nicht sagen, dass es okay ist, etwas nicht zu erreichen, mal zu prokrastinieren, kein Yoga zu mögen, nicht unser Avocado Toast zum Frühstück zu essen.

Ich fahre einen Dacia und was meint ihr, wie ich schon angeschaut wurde von einem Teil meines Umfelds, weil ich eben keinen Audi fahre. Klar, mein Traumauto ist ein Jeep. Hab ich die Kohle dafür? Nö. Also reicht auch der Dacia (und in den passt auch ganz schön viel Kram rein - wir haben auch schon einen Umzug damit geschafft und sind nach Portugal gefahren und konnten sogar zwei Nächte in dem Autochen pennen).





Wenn ich mich mit Freunden darüber unterhalte, die schon der "älteren" Generation angehören (verglichen zu meinen anderen Freunden), also so um die zehn bis fünfzehn Jahre älter als ich, dann merke ich bei ihnen, dass sie das viel lockerer sehen. Sie legen gar keinen Wert darauf, ob das Auto, das sie fahren, besonders schnell ist oder besonders schick.


Klar kann das auch am Alter und Erfahrungswerten liegen, aber ich habe das Gefühl, dass unsere Generation immer sofort alles perfekt haben möchte. Unsere erste Wohnung muss perfekt eingerichtet sein, während unsere Eltern zunächst auf einer Matratze auf dem Boden geschlafen haben.

Unser erstes Auto muss direkt ein schönes sein & keine Schrottschüssel.

Alles muss instagram worthy und inspiriert durch pinterest perfekt aussehen.

Wir haben nur Erfolg, wenn wir uns besonders gesund ernähren.


Ich glaube, wir müssen uns mal locker machen von Idealen, die wir eh nicht jeden Tag erfüllen können, weil sie uns überfordern.


6. Mehr Natürlichkeit

Wenn ich mir Fotos von meinen Eltern ansehe, dann fällt mir immer besonders meine Mutter auf, die immer so eine natürliche Schönheit war. Klar hat sie auch Make Up getragen, aber im Großen und Ganzen wirkte sie viel natürlicher, als Menschen es heute tun.

You do you, ganz klar.

Mich inspiriert es einfach, wenn ich ein natürliches Make Up sehe oder ein ganz dezentes. Außerdem inspiriert es mich, dass viele Menschen auf den alten Fotos einfach von ihrer Ausstrahlung ganz natürlich wirkten - ohne Filter und besondere Posen.

Das fehlt mir oft in unserer Generation und ich glaube, es könnte uns einen enormen Selbstbewusstseinskick geben, würden wir uns Natürlichkeit wieder angewöhnen.


7. Erwartungen über Erwartungen

Ab und zu habe ich das Gefühl, dass wir alle von Perfektion gesteuert sind. Zum Beispiel wollen wir perfekte Mütter sein - wir möchten so pädagogisch wertvoll wie möglich handeln und vergessen dabei, dass wir einfach keine Pädagoginnen sind. Wir sind "nur" Mütter, die einfach ihr bestes geben.

Meine Mutter hat heute teilweise noch ein schlechtes Gewissen, weil sie sich an Dinge erinnert, die sie falsch gemacht haben will, an die ich mich nicht einmal erinnere, Mittlerweile kann ich aber sagen: Mama, du bist Mutter und Mütter machen auch Fehler - weil sie Menschen sind (und dazu noch übermüdet, gestresst, Hausfrau, etc.)


Wir stellen Erwartungen an uns selbst und gleichzeitig an unsere Umwelt. Und treffen wir unsere Erwartungen nicht, dann machen wir uns fertig, genauso, wie wir eskalieren, wenn unsere Umwelt diese Erwartungen nicht erfüllt.


Meiner Meinung auch ein Problem unserer Zeit. Denn heute haben wir zehntausend Eindrücke, die uns zeigen, wie man es am besten macht (wieder einmal: social media). So erziehst du deinen Hund am besten, so dein Kind, so lebst du gesund, so produktiv solltest du sein, das solltest du arbeiten oder arbeite am besten gar nicht, lebe in deinem Van, lebe in einem Tiny House, du brauchst eine große Wohnung und und und.


Vielleicht ist es nur ein Gefühl, aber früher hatten Menschen glaube ich nicht so viele Erwartungen an ihre Umwelt und sich selbst. Sie haben gelebt, so, wie sie es wollten und das beste aus dem gemacht, was sie hatten. Und ich denke, das lag sehr dolle daran, dass die einzigen Vergleiche, die sie ziehen konnten, durch ihre Freunde, Verwandten oder vielleicht noch irgendwelche Zeitschriften oder Bücher kamen - und nicht durch TikTok.


8. Geld sparen

Menschen unserer Generation tendieren dazu, ihr Geld so aus dem Fenster zu schmeißen, dass sie jedes Monatsende schauen müssen, sich nicht nur von Toast zu ernähren.

In meinem Post Adulting 101 - Davon profitiert jeder habe ich bereits von der Wichtigkeit um das Geld sparen geschrieben.

Generationen vor uns haben sparsamer gelebt. Entweder, weil sie es mussten oder weil sie einfach nur sehr klug waren.

Unsere Generation ist die Generation der Konsumopfer.


Ich denke, es gibt nur Vorteile dadurch, sparsamer zu leben und sich darum zu kümmern, mit weniger zurecht zu kommen. Wir müssen uns bewusst darüber Gedanken machen, in welche Dinge wir unser Geld investieren. Generell bin ich eher dafür, sein Geld in Erfahrungen und Erinnerungen zu investieren, Second Hand einzukaufen, sich um die Altersvorsorge zu kümmern, selbst zu kochen, anstatt zu bestellen und so weiter.

Menschen vor uns mussten mit noch weniger Geld auskommen, als wir es haben und haben es geschafft.


9. Trends vergessen

Mittlerweile habe ich es schon so oft angesprochen, dass es schon anstrengend ist, nicht immer die gleichen Formulierungen zu finden.

Trends sind schlecht. Ich will nicht sagen, dass es in den 90ern keine Trends gab. Es gab schon immer Trends. Aber weit vor unserer Zeit hatten Menschen teilweise keine Zeit, sich mit Trends so zu beschäftigen, dass sie ihre ganze Ästhetik darauf ausgerichtet haben (Dark Academia, That Girl, Cottage Core, etc.).

Es ist nie schlecht, sich Inspiration zu holen, aber letztendlich sollte es doch darum gehen, seine Zeit und Nerven nicht damit zu verschwenden, sich Gedanken darum zu machen, ob man in irgendeine Schublade passt.

Lebe einfach, sei Durchschnitt, das ist okay! Wenn du nicht Durchschnitt bist, ist das auch okay, aber verändere doch bitte nicht dein ganzes Wesen, um in einen Trend zu passen.

Wer als Mensch bleibt denn dann am Ende noch übrig, wenn du dich alle paar Monate bis Jahre neu erfinden musst.

Komm zur Ruhe.


10. Wert legen auf die einfachen Dinge, wie Haushalt, Backen, ...

... Nähen, Briefe schreiben, Karten verschicken.

Nein, wir müssen nicht alle jeden Morgen um 5 aufstehen, um ins Gym zu gehen, nur Smoothies trinken und dann zehn Stunden für die Uni lernen, damit unser Alltag sinnvoll gefüllt ist.

Auch hier wieder: You Do You!

Aber manche versuchen es, scheitern und denken dann, sie leben das Leben nicht richtig.

Bullshit.

Die kleinen Dinge sind meist die Würze, die wir brauchen. Ich freue mich jedes mal total über eine Postkarte und verschicke auch selbst total gerne Briefe.

Manchmal reicht es schon, ein neues Back Rezept auszuprobieren, um seinen Tag sinnvoll zu nutzen.

Manchmal müssen wir auch einfach nur gar nichts tun, um glücklich zu sein.



 


Welche Dinge sind dir wichtig, von welchen Dingen musstest du dich lösen, um wieder bewusst am Leben teilnehmen zu können? Lass ruhig einen Kommentar da.

Ich hoffe, der Beitrag hat dir gefallen.



 

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