Überraschungen im Wochenbett


Was ich im Wochenbett nicht habe kommen sehen


Hello hello! Es gibt so einige Kleinigkeiten, die mich im Wochenbett kalt erwischt haben. Ja, man hört immer wieder von Dingen, die einen im Wochenbett erwarten und ganz oft wird einem gesagt: „genieß die Zeit im Wochenbett, denn diese Zeit ist so kostbar“ - das ist sie! Gar keine Frage! Und ja, ich versuche diese Zeit wirklich voll und ganz zu genießen! Die Kuschelstunden, sein Baby kennenlernen, im Bett liegen und sich den Kaffee vom Mann bringen lassen (lol).


Dennoch sind da Dinge, die man (in meinem Fall) nicht genießen kann und die einen vielleicht auch wirklich überraschen.

1. Milcheinschuss tut scheiße weh


Als bei mir die Milch am ersten Tag zuhause eingeschossen kam, hatte ich Schüttelfrost, Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur und ich konnte nicht sitzen, liegen, stehen, denn egal, was ich tat, es schmerzte einfach nur.


Klar möchte ich niemandem Angst machen und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich so gut wie nie davon gehört habe, aber mir hätte es geholfen, zu wissen, dass da diese Phase kommen wird. Denn so war ich erst einmal vor eine Wand voller Unwissenheit gestellt: Was macht man denn bei Milcheinschuss? Ist das schon Milchstau? Wie lindere ich meine Beschwerden?

  1. Wärme! Ab unter die Dusche und die Brüste abbrausen!

  2. Viel stillen! Lass den kleinen Menschen die Milch raussaugen!

  3. Schlaf! In der Nacht machte es dann irgendwann klock und es floss alles ab, was da drinnen war.


2. Kein Appetit


Verrückt fand ich es auf einmal, dass ich seit der Geburt so gut wie nichts mehr runter bekomme. Scheinbar ist das aber ein normales Phänomen, denn selbst der Opa meines Mannes fragte mich, wie mein Appetit aussehen würde.

Ich muss mich zum Essen zwingen, obwohl es ja auch wichtig ist, genügend Nährstoffe und Kalorien zu sich zu nehmen. Aber das ist wirklich nicht so einfach.

3. Stillen tut weh


Und man kann nicht viel machen. Die ersten Tage waren für mich noch easy peasy lemon squeezy. Mittlerweile sind meine Nippel entzündet, ich habe verstopfte Milchgänge und mit Stillhütchen bekommt meine Tochter nicht genug an Milch ab und will dauerhaft gestillt werden.

Aber ich weiß auch, dass es wichtig ist, jetzt nicht aufzugeben. Es wird alles besser!


4. Pipi machen ist auf einmal anders


Ehm, ja. Wie soll ich es sagen? Entweder kann man es auf einmal gar nicht mehr zurückhalten oder man merkt gar nicht, dass man seit fünf Stunden nicht mehr war und wenn man dann geht, bedeutet das ein großes Aua.

5. Ich bin gerissen und das hat alles irgendwie noch schlimmer gemacht


Apropos Toilettengang, ihr könnt euch vorstellen, dass dieser eine halbe Katastrophe ist, wenn man einen Dammriss hat.

Außerdem tut es weh, zu laufen, zu sitzen - alles fühlt sich entzündet an und es gibt sehr viel Blut!


So muss es bei dir nicht sein und auch ich konnte meine Beschwerden mittlerweile lindern:


  1. Nach dem großen Toilettengang unter die Dusche

  2. Für den kleinen Toilettengang unter die Dusche

  3. Oder eine Wasserflasche parat halten, die man „drüber laufen lassen kann“

  4. Liegen bleiben! Ich habe den Fehler gemacht und wollte direkt überall hin spazieren gehen. Falsche Entscheidung


6. Heulalarm


Jedes Mal wenn ich meine Tochter angeschaut habe (die Phase klingt gerade ab), musste ich anfangen zu weinen, weil ich so viel Liebe empfunden habe.

Ich machte mir solche Sorgen wegen jedem Pups, fragte mich, ob ich irgendwas falsch machte und hatte dann ein schlechtes Gewissen.


Ich heule übrigens immer noch wegen jeder Kleinigkeit und werde das wahrscheinlich auch noch weiterhin tun.

7. Überall Muttermilch


Ich lüge nicht, wenn ich von einer Pfütze spreche, die sich nach dem wickeln vor dem Wickeltisch letzte Nacht gebildet hat. Eine weitere Pfütze hat sich übrigens auch bei mir im Bett gebildet. Die Mulltücher sind außerdem nicht so durchnässt weil die Kleine irgendwie viel spuckt, sondern weil ich auslaufe und auslaufe und auslaufe.

Muttermilch ist überall! Investiere in gute Still BHS!

8. Apropos Still Bh: Milchstau


Ich hatte vor zwei Tagen einen schmerzhaften Milchstau, weil mein Still BH meine Brust abgeschnürt hatte. Sowas gibts.

9. Sauer auf den Ehemann


Mein Mann kann aktuell überhaupt nicht damit rechnen, wie ich auf irgendwas reagiere. Ich könnte mich nach Kuscheln sehnen und ihn im nächsten Moment hassen. Meine Laune ist leider unvorhersehbar. Aber hey, die Hormone.

10. Mein Körper kommt ganz gut ohne Schlaf zurecht


Abschließend noch etwas Positives: Überraschend ist für mich auf jeden Fall, dass ich besser mit dem Schlafentzug zurecht komme, als ich erwartet habe. Es fällt mir manchmal gar nicht auf, wie wenig ich geschlafen habe, bis ich dann nachmittags mit der Kleinen im Arm in einen tiefen Dornröschenschlaf falle.

Auch hier kann ich mir einfach nur denken, dass es wirklich die Hormone sein müssen, die mich retten. Denn eine unausgeschlafene Julia ist eigentlich der blanke Horror.



 

Abschließend möchte ich noch eine Sache sagen: die Wochenbettzeit ist für mich wunderschön. Ich kann meine kleine Tochter den ganzen Tag anschauen, mit ihr kuscheln und mich um sie kümmern. Sie ist mein ein und alles und ich würde jederzeit jede Minute Schlaf für sie aufgeben, damit es ihr gut geht.

All die Punkte oberhalb sind natürlich unangenehm, aber weitaus nicht so schlimm, wie das Leben mit Neugeborenem schön ist.



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