Warum altmodisch lieben?


Eine ganz klassische Liebe - nostalgisch und oldschool


Hello, hello! Habt ihr auch immer so ein warmes Gefühl in euch, wenn ihr an die Liebe von zwei Menschen denkt, die schon ihr ganzes Leben lang zusammen sind? Von zwei Menschen, die sich vielleicht in Zeiten kennen gelernt haben, in denen es noch kein Tinder und Lovoo gab? In Zeiten, in denen Romantik zelebriert wurde und nicht als komisch oder kitschig erachtet wurde?

Ich habe ja bereits davon berichtet, dass Wie ein einziger Tag mein absoluter Lieblingsfilm ist und ich ihn nie zu oft schauen kann. Hier habe ich darüber erzählt, was er mich über die Liebe gelehrt hat.

Ich persönlich träume nicht nur von einer ganz altmodischen Liebe, ich lebe in meiner ganz eigenen Romanze aus der Vergangenheit - und zwar in meiner Gegenwart. Für mich fühlt sich die Liebe zwischen meinem Mann und mir ganz nostalgisch, klassisch, altmodisch und romantisch an. Und es ist schön, dass es so ist.

Warum auch du eine altmodische Liebe leben solltest


Ich möchte jetzt nicht behaupten, ich hätte die Welt verstanden - jeder liebt und lebt anders und ich kann vollkommen verstehen, wenn einen die Nostalgie einer klassischen Romanze überhaupt nicht erreicht. Falls es dich aber doch interessieren könnte, dann möchte ich dir hier meine Gründe nennen.


  1. Es ist jeden Tag aufregend

  2. Es fühlt sich beruhigend an, zu wissen, den Menschen begleitet man bis ans Ende

  3. Es macht Spaß

  4. Man lässt los von Peinlichkeit

  5. Man versteht, dass Perfektion ein Mythos ist und lebt aus dem Grund mit mehr Leichtigkeit

Was genau heißt es, altmodisch zu lieben (und zu leben)?

Eine altmodische Liebe muss nicht so aussehen, dass wir uns Briefe schreiben (was aber schön sein kann) und disney mäßig im Wohnzimmer zu irgendeinem Klassiker tanzen. Eine altmodische Liebe kann total modern sein. Was?

Altmodisch zu lieben kann auch einfach bedeuten, sich von modernen Dating Trends abzukapseln und Wert auf eine klassische und traditionelle Art der Liebe zu legen.


Muss man das? Auf gar keinen Fall. Jeder darf so lieben wie er möchte, ist ja klar.

Aber darum geht es auch gar nicht.


Mit meinem Kopf schwebe ich manchmal in der Vergangenheit. Das ist vielleicht schon daran ersichtlich, dass ich immer wieder darüber schreibe, wie wichtig es mir ist, langsam und achtsam zu leben.


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Es soll heute einfach nur darum gehen, wie wir ein bisschen mehr Nostalgie in unser Liebesleben bringen und warum das Vorteile haben kann.


1 // Es ist jeden Tag aufregend und macht Spaß


Durch dieses Gefühl von Nostalgie schwebe ich manchmal in meiner ganz eigenen Filmblase. Klar, die Realität kann man nicht leugnen. Auch eine verspielte und romantische Beziehung hat ihre Ecken und Kanten und wie ich bereits berichtet habe, mussten auch wir erst lernen, Partner zu werden.


Aber ein wenig Verspieltheit, einfach die Romantik zuzulassen, herum zu albern und zu blödeln ist aufregend und macht Spaß.


2 // Mit diesem Menschen bis ans Ende


Gerade in der heutigen Zeit ist es glaube schwer, einen Menschen zu finden, mit dem man wirklich bis ans Ende seiner Tage zusammen bleiben kann. Es gibt tausende Scheidungen, man kommuniziert nicht mehr miteinander und wenn's halt nicht klappt, dann hat man ja viel Auswahl.


Ich persönlich finde diesen Gedanken unangenehm. Ich bin froh, jemanden kennen gelernt zu haben, mit dem ich irgendwann auf unser Leben zurück blicken kann und sagen kann: "weißt du noch?"

Es geht darum, sich als Seelen zu verbinden und sich mutig aufeinander einzulassen.


3 // Peinlichkeit und Perfektion existieren nicht


Mit einem Menschen zusammen zu sein, den man so gut kennt, dass einem nichts peinlich sein muss und in einer Partnerschaft zu sein, in der man versteht, dass eine perfekte Beziehung nicht existiert, kann so beruhigend sein - und befreiend.



Wie zum Beispiel in "Wie ein einziger Tag" heißt es, dass sich Allie und Noah eigentlich nie einig waren und immer stritten - sie hatten aber eines gemeinsam: sie waren verrückt nacheinander.

Klar, ist nur ein Film. Und nochmal klar, niemand soll in einer toxischen Beziehung bleiben.

Ich denke, es geht dabei um Balance und das eigene Bauchgefühl. Sind die Streitthemen toxisch und kommt man wirklich nie auf einen Nenner, dann ist es nicht mehr aufregend (lol), sondern einfach verloren. Leidet ein Teil der Beziehung wirklich enorm und geht es nicht nur um Meinungsverschiedenheiten, dann möchte ich das hier natürlich einmal ausgrenzen.


Dennoch ist Perfektion ein Mythos - und meiner Meinung nach kann eine Beziehung, in der man nie streitet, auch nicht gesund sein.


Jetzt aber zum lustigen Teil: Wie kannst du ein wenig Nostalgie (und Süße) in deine Beziehung bringen und altmodischer, klassischer und 'jugendlicher' lieben?


Es gibt so ein paar kleine Nuggets, die meiner Meinung nach eine Beziehung versüßen und für mich eher altmodisch sind, da ich sie heutzutage selten beobachte.


1. Spielen


Bitte was? Spielen? Was soll das heißen? Damit meine ich rumalbern, sich rangeln, herum blödeln, die Ernsthaftigkeit abstellen, sich nicht nur über die Steuererklärung unterhalten oder über den Haushalt. Ein bisschen Frische in die Beziehung bringen.


2. Händchen halten


Ganz einfach, ja, und dennoch sehe ich es selten. Klar, das hat nichts damit zu tun, ob das Leute früher gemacht haben oder nicht, aber kommt, ein bisschen Romantik kann doch jeder vertragen. Zeig der Welt, dass du eine Person liebst - dass ihr zusammen gehört! Schlendert romantisch durch die Stadt und haltet Händchen.


3. Briefe schreiben


Ich weiß, ich hab oben zwar geschrieben, dass es nicht sein muss, aber es ist auch schön, wenn man Bock darauf hat. Allein schon aus dem Grund, die Briefe irgendwann wieder heraus zu kramen und die Zeilen von früher zu lesen, ist doch irgendwie so wertvoll.


4. Richtig ausgehen und sich verabreden


Damit meine ich nicht nur "Schatz, hast du Lust auf Döner?", sondern sich schick machen und ins Kino gehen, sich die große Tüte Popcorn teilen und abends noch am Wasser sitzen und sich stundenlang unterhalten.


5. Blumen und andere Geschenke


Dem Partner auch mal Blumen mitzubringen, obwohl kein Valentinstag, Geburtstag oder Jahrestag ist, ist einfach eine nette Geste und versetzt doch direkt zurück in eine Liebe aus einer anderen Generation.


6. Andere sollen es sehen


Wann küsst du deinen Partner einfach mal leidenschaftlich in der Öffentlichkeit? Wann umarmt ihr euch? Wann flirtet und schäkert ihr?


7. Füreinander kochen


Du willst einen Partner, der für dich kocht? Verständlich. Und wenn dein Partner für dich kocht, dann kannst du ihm das gut zurück geben.

Ich finde es so schön, wenn mein Mann sagt "Heute koche ich" und mir irgendein wunderbar leckeres Gericht auf den Tisch zaubert. Dazu vielleicht noch ein paar Kerzen?


8. Massagen und andere Gesten


Sei es eine Fußmassage oder einfach mal so eine Rückenmassage zwischendurch - den Körper des anderen zu berühren und zu massieren, sich einfach mal dafür Zeit zu nehmen, dem anderen etwas gutes zu tun, kann deine Beziehung versüßen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass man das in der modernen Welt vergisst. Man tauscht Zärtlichkeiten aus, wenn es um Sex geht oder man ist einfach zu gestresst, hat keinen Bock, den Partner nach der Arbeit noch zu massieren, schläft dann irgendwann auf der Couch ein und wird geweckt mit "kommst du mit ins Bett oder bleibst du hier?"


9. Wenn man noch nicht zusammen ist: Die Eltern kennen lernen


Vor meinem Mann hatte ich ein, zwei Beziehungen, in denen der Beziehungsstatus nicht wirklich geklärt war - und im Nachhinein ist man ja immer schlauer: Ich wusste nichts über diese Männer. Ich wusste bei dem einen nicht einmal, ob er Geschwister hat. Er hat mir nie etwas erzählt, wir haben nur über ganz oberflächliche Dinge gesprochen und die Beziehung bestand wirklich eher auf der körperlichen Ebene.

Ich habe jetzt erst verstanden, dass das nichts für mich ist und noch nie war. Ich finde es unheimlich schön, wenn ein (potentieller) Partner einem die Familie vorstellt - und wenn man sie nicht unbedingt zufällig kennen lernt, weil man sich in der Stadt über den Weg läuft. Ist es nicht viel wertvoller, wenn die Familie weiß, wer du bist und was du deinem Partner bedeutest?


10. Tanzen und anderer Kitsch


Da ist wieder der Punkt der Peinlichkeit. Einfach mal den Moment mit dem Partner genießen, sei es auf einer Hochzeit oder einfach nur abends in der Küche.



Der Unterschied zur typisch modernen Liebe


Versteht mich nicht falsch. All diese Dinge können auch super modern sein. Für mich hat nur die typisch moderne Liebe einen (oder mehrere) Haken: Sie ist schnelllebig, man findet sie auf Dating Plattformen, oft dreht es sich nur um Sex, man wird geghostet, man arbeitet nicht an den Problemen (weil es gibt ja um die Ecke immer jemand neues), sie kann oberflächlich sein (weil sie sich nur nach dem Aussehen richtet), wenn etwas nicht stimmt, trennt man sich und wenn man bereits in einer Beziehung ist, dann bestellt man lieber Pizza, statt essen zu gehen; Eifersucht wird nicht verstanden, es wird nicht geredet; man legt keinen Wert auf die kleinen Momente, arbeitet vielleicht auch einfach an einem Plan, lässt nichts auf sich zukommen und die Leidenschaft geht flöten.


Kurz gesagt ist mein Problem mit der typisch modernen Liebe - also die Liebe unseres Zeitalters - dass sich keine Mühe mehr gegeben wird.


 

Klar, irgendwie ist so eine altmodische Liebe eine Romantisierung und ein bisschen verträumt. Aber na und? Was ist daran denn so schlimm? Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich unsere Generation viel zu sehr versteift. Wo sind unsere Hippies der Herzen? Wo sind die Romantiker?