Dinge, die ich vor der Geburt meines Kindes gerne gewusst hätte

Hello, hello meine Lieben! Gefühlt ist es schon eine Ewigkeit her, dass ich euch ein Update gegeben habe zu der Entwicklung meines Lebens als Mama.

Mein letztes Update könnt ihr hier nachlesen:


8 Wochen Update

Seitdem hat sich so unfassbar viel geändert. Klar, ich könnte jetzt darauf eingehen, was meine Tochter nun schon alles kann oder wie oft ich geweint habe, weil ich nicht mehr konnte. Aber ich denke mir, dass zukünftigen Mamas eher geholfen ist, wenn ich einmal die Dinge aufliste, die mir gefehlt haben, auf die mich irgendwie niemand so richtig vorbereitet hat.





Mama sein ist toll. Ich liebe meine Tochter mehr, als alles, was ich bisher gekannt habe und ich würde mein Leben für nichts auf der Welt tauschen wollen - das nur mal als kleiner Disclaimer.


Und die folgenden Dinge sind auch nicht unbedingt nur negativ, aber ich habe mich durch sie ziemlich überrascht gefühlt.


1// Du wirst Momente haben, in denen du gegen deine Prinzipien verstößt

Ja, und das sollte nicht regelmäßig vorkommen, aber es wird passierten und du wirst ein unglaublich schlechtes Gewissen haben, aber Irrationalität wird groß geschrieben, wenn es um Schlafmangel geht. Glaub mir.


Erste Situation: ich habe meine Tochter in die Hände der Oma gegeben/mir wegnehmen lassen, obwohl ich mir schwor, sie davor zu schützen, dass sie in den ersten Lebenswochen herumgereicht wird.

Zweite Situation: ich sagte laut zu ihr „was soll ich denn noch machen“, als sie schon stundenlang am weinen war und machte ihr damit Angst.

Dritte Situation: ich melde sie mit 6 Monaten bereits in der Krippe an, weil ich studieren gehen werde.


Alle drei Dinge sind individuell, was das Ausmaß des ‚Bereuens‘ angeht. Aus der ersten Situation habe ich schnell gelernt und habe inzwischen genug Selbstbewusstsein, das nicht mehr zuzulassen.

Aus der zweiten habe ich auch schnell gelernt, denn direkt danach fühlte ich mich tagelang schlecht, weil sie mich mit den großen Augen ansah, wie ich es nie wieder erleben möchte.

Und die dritte Situation ist eine, bei der ich mir bewusst geworden bin, dass immer alles mal anders kommt, als man denkt — manchmal muss das eben so sein.


Man stellt sich vor der Geburt des Kindes immer vor, dass man bestimmte Dinge nie tun wird (Kind Fernsehen lassen zb.). Manchmal sind es dann aber solche Dinge, die einen selbst am meisten überraschen. Du darfst dir verzeihen.


Gewalt gegenüber Kindern ist jedoch niemandem verziehen, ich hoffe, das ist klar.


2// Struktur ist ein Fremdwort

Ok. Vielleicht nicht bei jedem, aber für mich war es doch echt ein wenig frustrierend, wie unstrukturiert alles auf einmal war/ist… Wochenbett ausgenommen. Da ist eine gewisse Unstrukturiertheit völlig normal (und gesund). Aber so nach drei Monaten dachte ich mir einfach nur ‚wann kann ich endlich mal wieder voraussehen, wann ich wie Zeit und Lust habe, bestimmte Dinge zu unternehmen‘ (Haushalt, Essen gehen mit Freunden, etc.)…

Mittlerweile haben wir immer noch keine genaue Tagesstruktur. Irgendwie hat sich bis jetzt alles gefügt, aber dennoch ist alles ein wenig umständlicher vorauszuplanen. Denn let me tell you: dein Tag wird bestimmt von der Qualität der letzten Nacht. Und die Nächte sind so abwechslungsreich, dass alles ausstehend ist.


3// Die Zeit als Paar sieht anders aus

… aber auch irgendwie besser. Klar, es gibt weniger Zeit zum Kuscheln und meist hat man auch einfach keinen Bock, weil man so hundemüde ist. Aber Liebe sieht jetzt anders aus, Paarzeit sieht anders aus. Man lernt sich als Eltern kennen.

Unseren ersten Streit hatten mein Mann und ich noch im Krankenhaus. Aber alle unserer Streits entstehen aus der gleichen Basis: wir wollen, dass es funktioniert.

Auf einmal siehst du deinen Partner, wie er abends total müde noch die Wäsche aufhängt und du denkst dir einfach nur „Gottseidank macht er das“.

Ihr sitzt abends zusammen auf dem Boden und schaut eurer Tochter dabei zu, wie sie sich Spielzeug in den Mund steckt und ohne ein Wort zu sprechen, sagt ihr doch das gleiche: ich liebe dich — dich, unsere Tochter und diesen Moment.

Euer Kind weint ganz schrecklich und ihr seid zusammen überfordert.

Ihr lest euch gegenseitig Dinge aus dem Internet vor, um zu erraten, was dieser Hautausschlag nun sein könnte, bevor der Kinderarzt aufmacht LOL.


 

Mamasein ist das größte Geschenk, welches ich je hätte bekommen können. Manchmal ist es hart, aber das bedeutet nicht, dass es schlecht ist. Klar ändern sich die Dinge — hallo!? Aber mein Gott, wo wären wir denn, wenn sich nie im Leben etwas verändern würde. Alles ist eine Chance, zu lernen und zu wachsen.


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