Vier Wochen mit Baby - so war die Zeit bis jetzt

Hello, hello! Meine Tochter ist seit zwei Tagen vier Wochen alt. Hört sich irgendwie komisch an, wenn man das so hört, weil erstens, wie schnell können bitte vier Wochen vorbei gehen (in der Schwangerschaft hat das immer ewig gedauert) und zweitens, wow, vier Wochen von wie vielen? Einfach unfassbar.



Nun, ich dachte mir, es könnte ganz interessant sein, darüber zu schreiben, welche Erfahrungen ich in den ersten vier Wochen mit meiner Tochter gemacht habe - und mit allem, was dazu gehört (inklusive nervige Verwandte).


Noch nie jemanden mehr geliebt


Als aller erstes muss ich darüber berichten: Liebe. Ich verstehe jetzt endlich, wenn Eltern sagen, dass es nichts im Leben gibt, was man mehr liebt, als das eigene Kind. Ich wusste zuvor nicht, dass es überhaupt möglich ist, jemanden so sehr zu lieben.

Manchmal schaue ich meine Maus an und ich würde sie wirklich am liebsten auffressen, ihr Gesicht noch mehr abknutschen, als eh schon (ich halte mich ihr zuliebe zurück) und sie am liebsten immer bei mir haben.


Ich hatte am Ende meiner Schwangerschaft wirklich ein wenig Angst davor, dass es für mich nicht diesen magischen Moment geben würde, von dem so viele Mütter berichten - was, wenn ich Probleme haben würde, mein Baby zu lieben? Ja, es hört sich hart an, aber solche Fälle gibt es tatsächlich. Außerdem hatte ich große Angst vor einer Wochenbettdepression, da ich der Typ Frau bin, der dazu tendieren würde.


Zum Glück (und ich meine wirklich Glück) blieb ich davon verschont. Ich war schockverliebt in meine Tochter. Sie hat es mir aber auch leicht gemacht. Sie ist kein Schreibaby, sie schläft nachts schon fast durch, ich muss sie teilweise zum Stillen wecken. Das einzige, mit dem wir aktuell kämpfen, sind ihre Blähungen und Bauchschmerzen, wodurch sie manchmal ein wenig quengelig ist, aber ansonsten ist sie wirklich, ich sag jetzt mal: pflegeleicht.


Die Angst vor Zuhause


Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war ich so glücklich, dass ich erst einmal heulen musste (generell muss ich sehr viel heulen, aber das ist ein anderes Thema). Gleichzeitig ging mir mein Arsch auf Grundeis, als es dann wirklich darum ging, sie ins Auto zu setzen und los zu fahren.


Jetzt müssten wir uns selbst um unser Kind kümmern - es stünde keine Krankenschwester zur Verfügung, die man eben mal per Knopfdruck rufen könnte. Es lag alles an uns.

Verrücktes Gefühl auf jeden Fall (und um ehrlich zu sein ist es manchmal immer noch beängstigend). Ich habe direkt zum Anfang meiner Schwangerschaft eine Hebamme gefunden, die uns mittlerweile gut in Sachen Angst wegen jedem falschen Pups haben berät.


Das Problem mit dem Stillen


Das Stillen lief eigentlich wunderbar. Die Kleine saugte wie ein Champion und meine Brustwarzen waren kurz davor, zu Asche zu zerfallen, weil sie so gebrannt hatten. Aber ich wusste, das war normal und durch unterschiedliche Positionen beim Stillen ließ dieses Gefühl bald nach.

Meine Hebamme lobte meine Tochter und mich, dass das Stillen so gut funktionierte und ich war einfach nur überglücklich.


Wie ihr euch schon denken könnt, kommt jetzt das große aber. Habt ihr schon einmal etwas von einer Galaktozele gehört? Ich auch nicht. Und selbst die Rechtschreibfunktion meines Laptops hat noch nie etwas davon gehört. Ach und Google auch so gut wie nie.


Die Sache mit dem 'Milchstau'

Eines Tages trug ich einen sehr engen Still BH, den ich beim Stillen immer nur über die Brust ziehen musste. Irgendwann am Abend merkte ich dann, dass ich einen sehr schlimmen Milchstau entwickelte, den ich unter der Dusche ausstrich und die Kleine aussaugen ließ, wo es nur ging. Der Milchstau verschwand einigermaßen, mein Schüttelfrost auch.

Allerdings entstand ein großer Knubbel in der Nähe meines Nippels - ich dachte also wieder an Milchstau.


Meine Hebamme versuchte mir unter höllischen Schmerzen, dieses Ding auszustreichen, was jedoch nur so halb funktionierte. Am nächsten Tag schickte sie mich zum Arzt: Mammaabszess/Brustabszess. Ja super - Direkteinweisung ins Krankenhaus.


Völlig fertig musste ich also nochmal in die Klinik, in der ich entbunden hatte. Dort checkte mich die Ärztin ab und stellte eine neue Diagnose: Milchzyste/Galaktozele.

Diese wäre eine vergrößerte Milchdrüse, die sich immer wieder mit Milch füllen würde und der einzige Weg, um das Ding zu heilen, wäre es entweder alle paar Wochen zu punktieren, was jedoch dafür sorgen würde, dass immer wieder Bakterien in die Brust gelangen, oder abzustillen.


Ich war sowas von am Ende, da das Stillen bei uns doch so gut funktionierte.


Die Ärztin punktierte das Teil einmal und ich konnte mir Zuhause erst einmal Gedanken machen. Ich entschied mich (bis jetzt) auf jeden Fall dazu weiter zu stillen. Im Internet fand ich so gut wie nichts darüber - aber das, was ich las, war, dass es sogar von Nachteil wäre, abzustillen.

Also hole ich mir nächste Woche eine Zweitmeinung von einem anderen Arzt in einer anderen Klinik ein. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.


Kleiner Tipp am Rande an alle werdenden Muttis: Kauft so viele Stilleinlagen, wie nur möglich oder besorgt euch einen guten Vorrat an wieder verwendbaren! Ich habe einen so starken Milchspendereflex, dass ich pro Tag bestimmt so drei bis vier Stück pro Brust verbrauche.

Ich möchte mein Baby nicht hergeben


Kommen wir zu dem Thema mit der nervigen Verwandtschaft. Ich sehe das so: Ich habe dieses kleine Wesen zehn Monate in meinem Bauch mit mir herum getragen und es anschließend unter Höllenqualen auf diese Welt transportiert - dann werde ich ja wohl ein Vorrecht darauf haben, sie zu halten und zu kuscheln. Tja, die Verwandtschaft sieht das meist nicht so. Die sieht das manchmal eher so "Jetzt hast du sie zehn Monate mit dir herum getragen, jetzt sind wir dran". Find ich immer noch scheiße und unterstütze ich null. So.


Am ersten Tag, an dem meine Schwiegermutti (die ich übrigens sehr lieb habe und bei der ich weiß, dass es nicht böse gemeint war) die Kleine das erste mal sah, nahm sie sie mir einfach aus der Hand und ich war erst einmal so perplex, dass ich nix sagte. Aber ihr könnt euch vorstellen, dass es ein ziemlich beschissenes Gefühl war, mir meine Tochter einfach wegnehmen zu lassen. Das ist meins! Und das hat mir keiner einfach so wegzunehmen!


An alle zukünftigen Muttis da draußen: Sagt ruhig etwas! Es ist in Ordnung, das nicht in Ordnung zu finden. Mal ganz davon abgesehen, dass die kleinen teilweise totale Schwierigkeiten haben, es zu verarbeiten, von so vielen verschiedenen Armen in den ersten Wochen hoch genommen zu werden.


Es fiel mir sogar schwer, die Kleine in den ersten Tagen an meinen Mann abzugeben. Ich hatte einfach das Gefühl, dass mir niemand die Zeit geben würde, die ich brauchte. Ich wollte dieses Wesen, auf das ich mich so lange gefreut habe und für das ich Dinge aus meinem Leben gestrichen habe, für das ich mich bereitwillig zurückgestellt habe für eine so lange Zeit, erst einmal für mich haben.


Außerdem wollte ich mich nicht fühlen, wie die Milchbank und die, die die Kacke weg wischt und den ganzen spaßigen Kram dürfen dann die anderen haben?! War ich nicht mit einverstanden.


Die ersten Bauchschmerzen


Nun, unser Baby ist ein Engel (toi toi toi) und sie schreit wirklich wenig. Wenn, dann wenn ich ihr Rotze aus der Nase sauge oder wenn ihr kalt ist auf dem Wickeltisch (und wenn wir sie baden wollen, obwohl sie Mama schon vor fünf Minuten deutliche Zeichen dafür gegeben hat, dass sie die Milchbank eröffnen soll).


Unsere Tochter brauchte am Anfang nicht einmal einen Nucki, um von alleine einzuschlafen - mittlerweile gebe ich ihn ihr gerne mal, wenn ich merke, sie will nur an der Zitze nuckeln, um sich zu beruhigen.


Allerdings musste ich wegen dem Verdacht auf den Abszess Antibiotika einnehmen. Der Magen meines Kindes hat das überhaupt nicht gut vertragen und hat auch immer noch damit zu kämpfen.


Es kamen die ersten Nächte, in denen der Schlaf wirklich zu kurz kam. In der einen Nacht hielt mich die kleine von vier bis acht wach und ich schaffte es erst anschließend, sie so in den Schlaf zu wiegen, dass wir uns nochmal bis elf hinlegen konnten.


Solche Nächte gibt es eben und ich beschwere mich überhaupt nicht - schließlich habe ich mir ausgesucht, ein Baby zu bekommen. Sie hat sich das nicht ausgesucht, also verzichte ich gerne auf meinen Schlaf, wenn sie mich braucht.


Hier auch ein kleiner Tipp: BiGaia Tropfen! Das sind probiotische Tropfen, die beim Wiederaufbau der Darm- und Magenschleimhaut helfen. Die haben bei uns schon gut etwas gebracht.

Der wunde Po


Was ich wirklich unterschätzt habe, ist der wunde Po - und die Vorbeugung und Pflege davon. Auch hier wieder ein kleiner Tipp: Reine Zinkpaste aus der Apotheke und dann ganz fett Wundschutzcreme drauf schmieren. Davon ist der wunde Po bei meiner Tochter schon zwei mal verschwunden.

Er kommt übrigens immer mal wieder, wenn die Kleine zum Beispiel zu lange in ihrer Windel gesessen hat, weil wir gerade unterwegs waren. Nachts ist es auch ganz schön gefährlich, wenn die Kleine wirklich mal fünf Stunden am Stück durchschläft.


Dann mache ich immer direkt etwas drauf und das klappt auch eigentlich immer ganz gut. Übrigens ist sie viel entspannter, wenn da unten alles eingefettet ist - so als ob es dann einfach weniger wehtut, wenn die Watte der Windel dran kommt.


Zurecht kommen als Eltern


Auch darüber finde ich es sehr wichtig zu schreiben. Ich erzähle euch hier auf meinem Blog immer wieder über meine Beziehung, bzw. meine Ehe und wie wichtig es mir ist, dass diese harmonisch und leidenschaftlich ist.


Was soll ich sagen... Den ersten Streit hatten mein Mann und ich noch im Krankenhaus. In den ersten Tagen mussten wir erst einmal mit ganz vielen neuen Reizen zurecht kommen, über deren Ausmaß wir uns vorher gar nicht bewusst waren.

Was ich persönlich total unterschätzt hatte: Die Hormonumstellung! Ich war (und bin es teilweise immer noch) so nah am Wasser gebaut, dass man nur eine Kleinigkeit sagen muss, bis es bei mir vorbei ist - und so war/ist es mit den Hormonen, die für Wut und minimale Eskalationen zuständig sind, auch.


Mein Mann brauchte manchmal nicht mal etwas sagen. Es reichte, wenn er sich zu laut die Nase putzte oder wenn er mir zu nah kam, wenn ich gerade stillte.


Hier kommt ein kleiner Nachtrag zum Thema stillen: Es gibt ein Phänomen, das heißt 'D-MER' und es beschreibt das negative, depressive, traurige, leere Gefühl, welches manche Frauen während des Stillens oder etwa 30-90 Sekunden vor dem Milcheinschuss verspüren. Das liegt an dem Abfall von Dopamin und dem Anstieg von Prolaktin.

Ich fragte mich ab einem gewissen Punkt, ob ich doch eine Wochenbettdepression entwickeln würde, da ich mich beim Stillen oder kurz davor immer so traurig fühlen würde. Dabei bin ich auf diesen Begriff gestoßen und es machte auch auf einmal Sinn für mich, warum ich meinen Mann auf einmal nicht mehr ertragen konnte - so von jetzt auf gleich.


Der Baby Blues


Auch, wenn ich keine Wochenbett Depression hatte, suchte mich auf jeden Fall der Baby Blues heim. Ich hatte eine Woche lang ungefähr so traurige Gedanken daran, dass ich die Kleine irgendwie verlieren könnte oder dass irgendetwas schlimmes passieren würde. Außerdem heilte ich noch von meinen Geburtsverletzungen (über die du auch ein bisschen in diesem Beitrag lesen kannst) und ich war übermüdet, hormondurchflutet und hatte meinen Körper auf einmal wieder für mich, aber war zu 80% angewiesen auf die Unterstützung meines Mannes, der für Essen, Trinken, die Wäsche und die Pflanzen sorgte. Das alles zog mich so hart runter, dass ich mich teilweise nicht mehr selbst erkannte. Aber ein Baby Blues verschwindet, eine Wochenbettdepression nicht. Deshalb bin ich einfach nur dankbar, dass ich 'nur' diese Erfahrung machen musste.


Neue Routinen finden


Was mich ganz besonders beschäftigt, ist, eine neue Routine zu finden, damit die Tage irgendwie strukturierter sind. Im Allgemeinen jedoch habe ich verstanden, dass eher so 80% go with the flow sind und der Rest ist ein roter Faden. Die Basics sind auf jeden Fall wichtig (Babypflege, die eigene Pflege, auf Ernährung usw achten). Aber der Rest? No comment, no shame.


Zu guter Letzt: Die Rolle als Mama


Wow, noch nie bin ich in etwas so aufgeblüht und habe mich so in etwas angekommen gefühlt, wie in der Rolle als Mama. Ich genieße mein neues Ich so sehr. Klar ist es manchmal schwierig, noch klare Sätze zu formulieren, wenn man in der Nacht vielleicht gestückelt auf sechs Stunden Schlaf kommt. Aber dennoch ist es so wunderbar, sich um dieses kleine Wesen zu kümmern und es mit Herzblut zu versorgen. Ich habe noch nie etwas schöneres getan und alles um mich herum ist auf einmal unwichtiger, als zuvor.


Ja, es ist wahr. Das Leben als Mama ist nicht nur eine veränderte Identität, sondern auch eine veränderte Priorität. Alles dreht sich um jemand anderen und das ist so wunderschön. Das Leben mit Baby gibt einem so viel zurück - viel mehr, als man sich wünschen könnte. Ich würde nichts ändern wollen.

 

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