Über Weiblichkeit schreiben - ein kurzer Einwurf




Warum es mir schwer fällt, auf meinem Blog über Weiblichkeit zu schreiben


Hello, hello! Letzte Nacht konnte ich wirklich schlecht schlafen (Schwangerschaft lässt grüßen), aber ich hatte wirklich mal die Zeit, genauer über ein bestimmtes Thema nachzudenken, welches mich beschäftigt, seitdem ich diesen Blog gestartet habe - und ich denke, dass der folgende Beitrag wichtig sein könnte für zukünftige Beiträge.

Diesen Artikel schreibe ich gerade mit meinem Handy, weil er so dringend raus in die Welt wollte und sollte.


Es geht um das Thema Weiblichkeit


Hier auf meinem Blog gibt es die Kategorie Femininity Talks, auf der ich hauptsächlich über Weiblichkeit, Beziehung, meine Erfahrungen als Frau und ähnliches spreche. Femininity Talks nimmt keinen Hauptteil der Kategorien auf meinem Blog ein, aber dennoch war gerade diese Kategorie eine kleine Inspirationsquelle für den Start dieser Seite im Allgemeinen. Ich wusste, es wäre eine Kategorie, die ich auf jeden Fall einbringen wollte.

In Notion, wo ich meine Blogbeiträge plane, sortiere und brainstorme, gibt es wirklich viele Ideen zu Femininity Talks und dennoch habe ich bisher wenige Einträge in dieser Kategorie veröffentlicht - und das aus einem bestimmten Grund, den ich heute erläutern möchte.


Bestimmte Personengruppen und Stereotypen


Ich merke, dass ich immer wieder Probleme damit habe, über Weiblichkeit zu schreiben, da ich denke, dass ich dann eine bestimmte Sorte Mensch und Frau ausschließe oder vernachlässige. Ich versuche immer wieder zu betonen, dass ich nicht davon ausgehe, dass nur Frauen weiblich sein können - ich lege immer wieder Wert darauf, zu verdeutlichen, dass ich davon ausgehe, dass in uns allen weibliche und gleichzeitig männliche (feminine und maskuline) Energien vertreten sind. Und dennoch fällt es mir besonders schwer, gerade über stereotypisch feminine Themen zu schreiben, weil ich nicht möchte, dass sich jemand ausgegrenzt fühlt.

Als Frau soll man am besten nicht zu männlich sein. Aber auch nicht zu weiblich. Man soll am besten perfekt in der Mitte sein - wie es ja immer so ist, dass Perfektion erwartet wird. Maskuline Energien haben nicht in irgendeinem Sinne etwas damit zu tun, ein Mannsweib zu sein (so wie Frauen ja gerne mal so höflich betitelt werden). Maskuline Energien spiegeln sich wider in Eigenschaften wie Produktivität, Aktivität, Tatendrang etc. Feminine Energien spiegeln sich wider in Eigenschaften wie Fürsorge, Kreativität, Ruhe und so weiter.

Sowohl feminine, als auch maskuline Eigenschaften sind in jedem Menschen vertreten, jedoch unterschiedlich ausgeprägt (und das hat nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun).

Dennoch möchte ich über stereotypisch weibliche Themen schreiben


Ich würde mich als typisch weiblich beschreiben. Ich lege viel Wert auf Sinnlichkeit, Ruhe, Fürsorge - freue mich darauf, Mutter zu werden. Außerdem ja, lege ich Wert auf mein Aussehen, gehe jedoch nicht ins Nagelstudio und war auch seit Ewigkeiten nicht mehr beim Friseur, was aber nicht bedeutet, dass ich kein Interesse habe an Dingen, die Äußerlichkeiten betreffen. Mit solchen Sätzen möchte ich jedoch nicht erklären, dass ich jede(n), der es anders handhabt, auf irgendeine Weise ausgrenze oder mich als überheblich darstellen. Es ist einfach schwierig, im Internet die richtigen Worte zu finden und in ein paar Sätzen deutlich zu machen, wo man mit seinen Werten steht.

Das Pick me Syndrom


In letzter Zeit stoße ich oft auf Pick Me Girls. Wähle mich, denn mein größtes Problem ist es nicht, dass mir ein Nagel abbricht. Wähle mich, denn mit mir kannst du Pizza essen und zocken und musst nicht stundenlang auf mich warten, während ich mich fertig mache.

Und gleichzeitig auf der anderen Seite: Wähle mich, denn ich bin kein pick me Girl.

In beide Richtungen scheiße, aber gerade das typische pick me Girl macht mich wütend. Was, wenn es ein großes Problem für eine Frau ist, dass der Nagel abgebrochen ist, für den sie im Nagelstudio 38€ bezahlt hat? Na und? Wann hören Frauen endlich auf, sich zu vergleichen?

Wenn Frauen ZU irgendwas sind


Zu weiblich, zu männlich, zu laut, zu leise. Was es auch ist - Frauen werden selten als wirkliche Individuen angesehen, die einfach nur sind, wer sie eben sind.

Und hier kommt wieder mein “Problem“ ins Spiel:


Wenn ich auf meinem Blog über stereotypische, weibliche Themen schreiben möchte, dann kann das schnell mal so rüber kommen, als hätte ich eine bestimmte Erwartungshaltung an Frauen im Allgemeinen.

In Planung befindet sich aktuell zum Beispiel ein Beitrag zum Thema „Als Frau mitten im Leben stehen“. Hier möchte ich definitiv nicht aussagen, dass man als Frau all diese Eigenschaften haben muss, um mitten im Leben zu stehen oder dass nur Frauen mit diesen Eigenschaften mitten im Leben stehen können oder oder oder. Bei solchen Beiträgen habe ich direkt ein Bedürfnis, mich zu rechtfertigen, warum ich in diesem Moment Stereotypen verwende.

Ausgrenzungen


Für mich allerdings ist es so, dass ich gerne über stereotypische Weiblichkeit schreibe, gerne stereotypische weibliche Dinge tue und darüber berichten möchte, mich aber sehr zurück halte, weil ich nicht möchte, dass wenn man meinen Blog liest, davon ausgeht, dass ich andere Frauen damit ausschließen möchte.

Hier schreibe ich speziell über Themen, die mich interessieren und über persönliche Erfahrungen.

Warum ist es eigentlich so schwierig, Weiblichkeit einzubringen?


Schämen wir uns noch, über Weiblichkeit zu schreiben, weil Weiblichkeit noch immer als etwas Außenstehendes angesehen wird? Noch immer etwas, was als unbehaglicher eingestuft wird, als typisch männliche/maskuline Themen?

Jeder kann darüber lesen, wie man am besten seine Produktivität steigert - aber kann man auch über Dinge wie Hausfrau sein, Make Up & Co. schreiben, gleichzeitig feministische Hintergründe vertreten (hier ein Blogpost dazu), ohne sich dabei rechtfertigen zu müssen?


Ihr merkt schon, es ist schwierig für mich.

Einfach unterschiedliche Adressaten


Ich versuche immer, möglichst viele Personengruppen mit einzubeziehen, was jedoch nicht immer möglich ist, da manche Beiträge einfach unterschiedliche Adressaten haben - ist das schlimm?

Schließlich schreibt ja auch ein Blog, auf dem es um Autos geht, nicht extra noch dazu, dass sich bitte niemand ausgeschlossen fühlen soll, der kein Interesse an Autos hat.


Aber sobald es um typische Frauenthemen geht, ist es schnell ein Fettnäpfchen, in das man tritt - und dieses Fettnäpfchen ist nicht einmal offensichtlich. Es bahnt sich langsam an.

Ich kann es verstehen. Wie viele Online Magazine existieren, die Frauen erklären wollen, wie sie am besten zu sein haben - Erwartungen über Erwartungen prassen auf Frauen Tag für Tag ein und erzählen uns, dass bestimmte Dinge einfach wichtig sind, wenn man Frau ist.

Natürlich soll und muss da näher und genauer hingeschaut werden und es ist gut, dass das so ist.

Schlusswort

Ich jedenfalls auf meinem Blog möchte keiner Frau das Gefühl geben, mit ihr sei in irgendeiner Hinsicht etwas falsch, weil sie es anders sieht, als ich. Wenn sie sich jedoch für die gleichen Themen interessiert, dann freue ich mich über eine zusätzliche Leserin. Denn das ist das Ziel, welches ich hier verfolge: Über Themen schreiben, die vielleicht irgendeinen da draußen auch interessieren. Wenn du auf meinen Artikel gestoßen bist, dann hoffe ich einfach, dass ich dich mit meinen Erfahrungen, Gedanken und Worten einfach ein wenig inspirieren kann, wenn du dafür offen bist.

Damit verabschiede ich mich nun. Ich wünsche euch allen einen schönen Tag!