Wieder ein Artikel, der dir sagt, warum du dein Handy auch mal liegen lassen solltest

Hello, hello. Wer schon einen kleinen Eindruck von meinem Blog bekommen hat, der weiß, dass ich ein großer Verfechter davon bin, ursprünglich und bewusst zu leben.

Bewusst leben kann für jeden etwas anderes bedeuten. Für mich bedeutet es, seine Augen offen zu halten, seinen Kopf in der Gegenwart zu haben und Erinnerungen zu schaffen.


Ich lebe zum Beispiel sehr bewusst, wenn ich den Moment ein wenig verlängere, wenn ich meine Tochter auf dem Wickeltisch morgens anziehe - ich beschäftige mich dann gezielt mit ihren Sinnen, versuche, ihr ein Lächeln zu entlocken und unterhalte mich.

Ich lebe in dem Moment - und damit für mich bewusst.


Über das Thema ursprünglich leben habe ich bereits einen ganzen Post verfasst, den ich dir verlinke, falls du interessiert bist.


Mit diesen 10 Dingen zeitreisen - ursprünglicher leben (jourlie.com)


Ich habe ganz simpel betrachtet darüber geschrieben, mit welchen Dingen du ein wenig Nostalgie in deinen Alltag integrieren kannst. Und ein wichtiger Punkt (der erste sogar) war, dass wir alle ein bisschen mehr Zeit ohne Social Media und unseren Handys verbringen sollten.

Dazu habe ich nun ein paar weitere Gedanken und möchte ein wenig näher darauf eingehen.


Eines vorweg: Ich bin überhaupt nicht der Meinung, dass Social Media und unsere Smartphones grundsätzlich etwas schlechtes sind. Unsere Tochter möchten mein Mann und ich sogar mit sehr viel Kontakt zu Handys und Co. aufziehen, um ihr einen gesunden Umgang damit beizubringen.
Ich denke lediglich, dass wir schnell dazu tendieren, Social Media und Co. auf eine Weise zu verwenden, die ungesund ist.




Beispiel: Man sieht auf Instagram & Co. so viel Werbung, dass man dazu tendiert, sich den ganzen Kram nach zu kaufen oder zu glauben, man bräuchte ihn - obwohl man nicht wirklich einen Dior Lippenstift benötigt, den sich irgendein/e InfluencerIn halt eher leisten kann, weil sie ein klitzekleines bisschen mehr verdient oder ihn sogar geschenkt bekommen hat (um eben dafür zu werben).


Beispiel Nr. 2: Man sieht auf den Sozialen Medien so viel von den Leuten, die ein komplett anderes Leben leben (jedes Wochenende Party, wunderschönes Schwedenhaus, perfekter Minimalismus, ...) und fängt an, sich zu vergleichen. Auch, wenn man erst einmal nicht daran denkt, man müsse genauso leben, umso mehr man all diese Dinge sieht, umso mehr Bock bekommt man auch darauf und ist am Ende enttäuscht, wenn das eigene Leben nicht die perfekte Pinnwand auf Pinterest ist (siehe auch: Leb nach deiner eigenen Ästhetik (jourlie.com)).


Eigentlich muss ich euch gar nichts mehr erzählen, warum wir die sozialen Medien falsch nutzen. Wir wissen alle, dass wir uns oft auf Seiten rum treiben von falschen Idealen, anstatt uns Accounts anzusehen, die etwa das gleiche wollen/tun/posten, wie wir.


Ein ganz wichtiger Punkt jedoch ist für mich die Zeit


Und damit meine ich die Zeit, die du in der realen Welt verbringen könntest, während du aber in der Welt von jemand anderen rumgeisterst.


Also. In den letzten zwei Monaten, seit der Geburt meiner Tochter, gehe ich (fast) jeden Tag spazieren. Selbst, wenn es nur die zwanzigste Runde durch unseren Park ist, ich gehe aus dem Haus. Ich habe mir sogar schon den ersten Sonnenbrand zugelegt, denn ich versuche, so viel Zeit wie möglich bewusst zu erleben. Das bedeutet für mich, dass ich mich auch mit meiner Tochter zum Stillen auf die Wiese setze, ihre kleinen Füße den Sand und das Gras spüren lasse, mit ihr den Vögeln zuhöre und sie zum Lachen bringe.


Außerdem gehört für mich dazu, mir meinen koffeinfreien Latte Macchiato bei unserer Eisdiele zu holen, mich bei T. mit einem breiten Lächeln zu bedanken und Trinkgeld zu geben.


Oder an den Sonntagen mit meinem Mann einen Kaffee zu holen und eine Runde im Park spazieren zu gehen.


Oder mich an manchen Mittwochen mit meiner besten Freundin zu treffen, mit ihr zu kochen und zu lästern.


Ganz ehrlich, seitdem ich ein Kind habe, wird mir immer mehr bewusst: Zeit gibt dir niemand zurück. Dafür gibt es keinen Retoure Zettel.


Die Zeit, die wir an unseren Handys verbringen, vergeht oftmals ganz schnell - zu schnell! Und schwupps, sind sieben Stunden Screentime vorbei.


Dies soll kein Verbot sein

Ich sitze auch gerade vor einem Bildschirm, schreibe diesen Beitrag und denke mir: Wie ironisch.

Aber heute habe ich fast den ganzen Tag mit meiner Tochter auf dem Sofa gelegen & gestillt, gekuschelt und geschlafen. Wir waren beide so fertig von der Nacht, dass wir ausnahmsweise nicht spazieren gegangen sind.


Jetzt habe ich mir die Zeit genommen, um diesen Beitrag zu verfassen, weil sie versucht hat, an meiner Brust für die Nacht einzuschlafen, es erst nicht geschafft hat, dann doch, dann bin ich aufgestanden, weil ich ins Bad musste und sie ist wach geworden, weshalb ich sie jetzt nochmal für ein Stündchen in die Federwiege gelegt habe, bevor wir ins Bett gehen. Dort war sie den ganzen Tag nicht drinnen und fährt aber jedes mal so gut runter, dass ich meine Zeit ausnahmsweise für heute Abend vor einem Bildschirm verbringe.


Ich habe mir meine Salzsteinlampe an gemacht, die Stehlampe auch und einen Raumduft verteilt. Der Fernseher ist aus und ich habe mich lange nicht mehr so gemütlich gefühlt. Ja, es ist Bildschirmzeit, aber bewusst.


Ich denke, das ist der Knackpunkt. Es ist okay, Storys auf Insta zu teilen, unsere liebsten Bilder hochzuladen oder die der anderen zu liken, zu texten und uns dumme Memes anzusehen.

Aber alles im Leben braucht einen Ausgleich. Wenn du dich abends dafür nicht mehr mit deinem Mann unterhalten kannst, weil ihr beiden ständig am Handy hängt oder wenn du das Lächeln deiner Tochter nur noch auf einem Bildschirm in Dauerschleife ansiehst, dann ist etwas falsch daran.