Das 3. Trimester meiner Schwangerschaft



Ein Rückblick auf das aufregendste Trimester


Hello, hello! Heute möchte ich euch von meinem dritten Trimester berichten. Ich befinde mich nun fast in der 39. Schwangerschaftswoche und da meine Geburt bald eingeleitet werden soll, dachte ich mir, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, in dem ich mir erlauben kann, rückblickend vom dritten Trimester zu berichten.


Wenn du magst, kannst du erst Teil 1 und Teil 2 dieser Reihe lesen, um die Geschichte meiner Erfahrungen in dieser Schwangerschaft kennen zu lernen, bevor du hier weiter liest.


Wie die Überschrift schon verrät, ist dieses Trimester, in dem ich mich ja aktuell noch befinde, für mich das bisher aufregendste, schönste und verrückteste Trimester gewesen.

Natürlich ist es mal wieder nicht ohne Krankenhausaufenthalt ausgekommen und garantiert auch nicht ohne Überraschungen. Aber lasst mich von vorn beginnen...


Die Weihnachtszeit


Zu Beginn des dritten Trimesters befanden wir uns genau in den Weihnachtsvorbereitungen - und genau zu dieser Zeit freute ich mich schon darüber, dass die Corona Zahlen langsam sanken und wir gingen eigentlich davon aus, dass sich alles in Richtung Normalität bewegen würde.

Leider erfuhr ich ja aber ein paar Wochen vorher von der Schwangerschaftsdiabetes und wir entschieden uns dann letztendlich doch dazu, an Weihnachten und Silvester nur zu zweit zu bleiben.


Es war seltsam. Aber auch hier wurde mir erneut bewusst, dass man nun einmal als Eltern bestimmte Entscheidungen für sein Kind treffen müsse - und das taten wir.


Der Übergang vom zweiten zum dritten Trimester war sehr unspektakulär. Aber dadurch, dass wir uns immer mehr in die Richtung bewegen würden, dass unsere Tochter uns immer näher kam, nahm ich mich als Schwangere immer bewusster wahr - und mein Mann sich als werdender Vater.

Mir wurde auf einmal jeden Tag erneut bewusst, dass es nicht mehr lange sein würde, bis wir endlich unseren kleinen Schatz im Arm halten könnten.


Die ständigen Vergleiche


Gerade im dritten Trimester verglich ich meinen Bauch viel zu regelmäßig mit dem der anderen Schwangeren in meinem Stadium. Ich sag's euch: Ganz schlechte Angewohnheit. Mein Bauch ist zierlich - immer noch. Und das, obwohl ich im zehnten Monat bin.


Wie oft hat es mir Sorgen bereitet, weil ich davon ausging, mit meinem Kind stimmte irgendwas nicht.


Wie ich auch weiter unten noch berichten werde, habe ich tatsächlich ein Kind, das zu wenig Gewicht zugenommen hat - aber das hat nichts mit der Größe des Bauches zu tun, wie mir gesagt wurde.


Es zieht sich wie Kaugummi


Am Schlimmsten fand ich es bis jetzt, dass man ab einem bestimmten Zeitpunkt weiß, es könnte jederzeit los gehen. Die Zeit bis zur Geburt zieht sich fast genauso schlimm, wie die Zeit im ersten Trimester.


Aber Leute, die letzten Tage vor dem Termin sind eigentlich die Anstrengendsten.

Man fragt sich bei jedem Zwicken, ob es eine Wehe sein könnte. Gleichzeitig weiß man, dass es nicht unrealistisch ist - viele Frauen bringen ihre Kinder in der 37. Woche zur Welt. Spontan.

Aber auch die Ungeduld und die Freude machen sich bemerkbar. Ich saß immer öfter im Zimmer unserer Tochter und sprach mit ihr - fragte sie, wann sie vor hatte zu kommen, ob sie sich noch lange Zeit lassen möchte oder eher nicht mehr.


Senkwehen - oh Mann


Ich dachte schon lange vorher, dass ich Senkwehen gehabt hätte. Als ich dann wirklich welche hatte, war mir klar, dass das vorher keine gewesen sind. Ein Druck nach unten, aber vom Feinsten!

An einem Abend dachte ich schon, es ginge los (und nicht nur an diesem Abend), weil ich sehr regelmäßige Senkwehen hatte, die sogar schon schmerzhaft wurden.

Aber immer wieder wurde mir gesagt, mein Muttermund sei noch fest verschlossen. Ein bisschen musste ich also noch durchhalten.


Aber das Positive...


... war, dass ich die Kleine immer deutlicher spürte (manchmal ganz schön heftig) und wir mittlerweile fast alles fertig gewaschen und eingerichtet hatten. Ich fühlte mich immer mehr als Mutter. Zu keinem Zeitpunkt vorher in der Schwangerschaft hatte ich dieses Gefühl von Mütterlichkeit.


Die Sache mit dem Insulin und dem Eiweiß


Bei den Vorsorgeuntersuchungen war immer alles mehr als in Ordnung. Die Fruchtwassermenge war top und mein Arzt meinte auch immer, dass die kleine sehr gut entwickelt sei.

Ich spritzte dann auch bald schon länger Insulin und obwohl meine Werte wirklich in die Höhe schossen, war ich beruhigt, dass es der Kleinen gut ging.


Dennoch bereitete es mir große Sorgen, dass ich es scheinbar nicht schaffte, meinen Zucker gut zu halten - trotz Ernährungsumstellung und des Insulins.

Meine Hände schwollen immer mehr an und dann kam auch schon bald der erste große Schock: Verdacht auf Schwangerschaftsvergiftung wegen Eiweiß im Urin.


Mit großen Sorgen verließ ich also den Behandlungsraum meines Frauenarztes, der mir allerdings vorher noch versuchte, zu erklären, dass ich mir erst einmal keine Sorgen machen müsse und wir die Lage einfach ein wenig unter Beobachtung halten würden.


Beim nächsten Termin allerdings war mein Eiweißwert wieder erhöht und dadurch, dass ich sowieso bald mein Entbindungsgespräch im Krankenhaus haben würde, sollte dort alles kontrolliert werden.


Im Krankenhaus allerdings äußerte der Arzt eine ganz neue Sorge: Ich sei komplett falsch auf mein Insulin eingestellt und es müsse noch (fünf Wochen vor ET) neu eingestellt werden, da wir sonst fatale Folgen riskieren würden.


Ich war am Boden zerstört - es hieß, ich hätte durch die falsche Einstellung ein sehr großes Risiko, dass meine Tochter bei der Geburt unterzuckern würde. Was hätte ich tun sollen? Ich hatte mich auf meinen Diabetologen verlassen und darauf vertraut, richtig eingestellt gewesen zu sein.

Laut Krankenhausarzt hieß es dann, es wäre sehr wichtig, mich auf Langzeitinsulin umzustellen, damit wir noch etwas retten können.


Gesagt, getan. Am nächsten Morgen bekam ich direkt einen Termin bei meinem Diabetologen, bei dem ich erst einmal in Tränen ausbrach, da er mich fast ohne Rezept wieder los schicken wollte - ich sagte zu ihm, dass ich langsam nicht mehr weiß, wem ich vertrauen kann und ich einfach nur mein Kind schützen wolle. Mit Überzeugungskraft schaffte ich es dann, dass er mir doch das Langzeitinsulin verschrieb. Schließlich war das nicht das erste mal, dass er Bockmist gebaut hatte. Es fing ja im zweiten Trimester schon mit der Ernährungsberaterin an, die es nicht schaffte, mich zu beraten.


Und siehe da: Meine Werte waren auf einmal viel besser. Sie waren immer noch nicht perfekt, aber begannen, zu sinken.


Der nächste Termin


Nun, ich dachte also, dass sich alles der Normalität hingeben würde, aber leider täuschte ich mich.

Bei einer Kontrolluntersuchung wurde schließlich festgestellt, dass die Kleine zu wenig an Gewicht zunehmen würde. Der Kopf würde wachsen, aber der Bauchumfang nicht.

Auf einmal hieß es: "Wir würden Sie dann gerne in einer Woche zur Einleitung sehen".


Zu dem Zeitpunkt war das mit der Schwangerschaftsvergiftung nicht einmal geklärt worden.


Mir war klar, dass ich eine Einleitung nicht ablehnen würde - wenn mir Ärzte sagen, dass das das Beste für mein Kind sei, dann würde ich darauf vertrauen.


Es hieß dann noch, dass vor der Einleitung ein Ultraschall gemacht werden würde, um zu gucken, ob die Kleine durch Zufall noch einen Wachstumsschub hätte, weil die Einleitung dann auf den Entbindungstermin verschoben würde.


Der Krankenhausaufenthalt


An einem Donnerstagabend fing dann bei mir das große Chaos an: Ich bekam schlimme Kopfschmerzen und Durchfall, was alles nicht unbedingt das ist, was man sich in der Schwangerschaft wünscht.

Am Freitagmorgen dann, nachdem ich in der Nacht so gut wie gar nicht schlafen konnte, kam das noch größere Übel: Ich erbrach. Und zwar viel. Den ganzen Morgen lang.

Ich konnte mich schließlich nicht mehr auf den Beinen halten und da mein FA noch nicht in der Praxis war, rief ich im Krankenhaus an.


Mir wurde gesagt, ich könne vorbei kommen, dann würde ich über den Tropf ein Mittel gegen die Übelkeit bekommen - nachdem ich mich also aufs Sofa schleppte, es schaffte, zwei Stunden zu schlafen, fuhr mich mein Mann irgendwann ins Krankenhaus.


In der Zeit hatten sich schließlich schlimme Oberbauchschmerzen angekündigt - auch ein gefährliches Zeichen für eine Schwangerschaftsvergiftung.


Es stellte sich dann heraus, dass meine Magenkrämpfe zusammenhingen mit Wehen. Das erfuhren wir erst, als ich dann am CTG lag.


Schließlich sollte ich dort behalten werden - denn es wurde erneut Eiweiß im Urin festgestellt, was am nächsten Tag noch näher untersucht wurde. Die Details erspare ich euch - es war nicht schön.

Das Ende vom Lied war dann, dass sich auch der zweite Verdacht bestätigte, der Arzt jedoch erst einmal keine Panik verbreiten wollte und den Termin zur Einleitung eine Woche später fest machte.


Jetzt kamen also drei Faktoren beisammen: Zu kleines Kind, zu hohe Blutzuckerwerte und sehr viel Eiweiß im Urin und hohe Entzündungswerte.

An diesem Punkt stehe ich jetzt also. Es soll in vier Tagen eingeleitet werden und meine Nervosität steigt und steigt.


Natürlich werde ich darüber berichten, wie es war und werde mich aus dem vierten Trimester erneut melden. Ich bin gespannt und habe für die letzten Tage vor der Geburt auch meine Social Media Apps gelöscht (sogar WhatsApp), da ich mich vollkommen auf mich selbst konzentrieren möchte. Ich möchte in den letzten Tagen noch alles fertig machen, aufräumen, meine Kräfte sammeln und mich mental auf diesen Tag vorbereiten.


Wer weiß, vielleicht macht sie sich vorher von selbst auf den Weg. Wie auch immer es sein wird, ihr erfahrt davon.


Einen schönen Sonntag wünsche ich!

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