Locker lassen - Gedanken und Emotionen kontrolliert einsetzen

Hello, hello!

Kennt ihr das? Ihr seid emotional so aufgeladen, dass ihr das Gefühl habt, ihr könnt keinen klaren Gedanken mehr fassen? Ihr steht vielleicht schon auf mit Sorgen, Stress und Problemen, die dann die ganze Stimmung des Tages beeinflussen.

Ich kenne das nur zu gut. Allerdings bin ich dabei, zu lernen, wie ich mich selbst so manipuliere, dass meine Sorgen nicht mehr meinen Alltag bestimmen.


Wir bekommen in ungefähr vier Wochen ein Baby. Meine Sorgen diesbezüglich strecken sich von Geldproblemen zu werde ich eine gute Mutter sein und noch viel weiter.

Täglich mache ich mir Gedanken darum, wie ich auf den Schlafentzug reagieren werde und wie ich damit umgehe, wenn die Kleine den ganzen Tag nur schreien sollte. Ich habe richtig Angst davor, emotional nicht richtig zu handeln.

Dann kommen noch die Sorgen dazu, die ich durch meine Schwangerschaft erlebe: Wird mein Kind bei der Geburt unterzuckert sein? Ich habe sie jetzt schon seit einem Tag nicht mehr strampeln gefühlt... Wird mein Kind früher geholt werden müssen?


Ein bisschen etwas zum Thema Schwangerschaft habe ich in diesen Beiträgen bereits geschrieben:




Es ist alles halb so wild

Ich habe bemerkt, dass ich gerne dazu tendiere, Dinge größer zu machen, als sie sind. Ich glaube, man malt sich immer die größte Katastrophe aus, wenn die Sorgen entweder erst gar nicht garantiert voraussehbar oder unheimlich klein sind.

Gerade eben hat die Kleine übrigens gekickt, wo ich mir seit gestern Abend Gedanken darum gemacht habe.

Es findet sich immer eine Lösung! Das hat meine Mutter schon immer gesagt und es ist einfach die Wahrheit. Es geht immer weiter, man lernt und man findet immer einen Weg, mit einem Problem umzugehen. Und meistens ist die Sache eben nur halb so wild.


Deine Gefühle sind eine Entscheidung


Etwas, was ich in den letzten Jahren gelernt habe und was meine Lebenseinstellung von Grund auf verändert hat, ist das Wissen darüber, dass Gefühle eine Entscheidung sind. Damit meine ich nicht, dass es möglich ist, Gefühle auszuschalten, aber wir können uns selbst dazu entscheiden, wie wir auf sie reagieren und mit ihnen umgehen.


Disclaimer an dieser Stelle: Ich spreche von einfachen Emotionen. Wenn du aus deinem Gedankenstrudel nicht mehr heraus kommst oder selbst verletzende Gedanken hast, dann wende dich bitte an eine Vertrauensperson und an einen Experten. Auch ich musste diesen Schritt bereits in meiner Vergangenheit gehen und kann dir sagen, dass kein Blog Artikel dir das geben kann, was ein Experte dir gibt.

Nur aufbauend auf diesen Erfahrungen konnte ich so anfangen zu denken, wie ich es jetzt tue.

Bei der Nummer gegen Kummer zum Beispiel kannst du dich auch anonym darüber informieren, was du tun oder an wen du dich wenden kannst.


Dieser Beitrag ist unterteilt in zwei Gebiete:

Als erstes möchte ich dir von Angewohnheiten berichten, die mir geholfen haben, zu verstehen, warum das sich ständige Sorgen eigentlich nichts bringt.

Im zweiten Abschnitt gebe ich dir Inspirationen mit, mit denen deine Sorgen kleiner wirken können.


Der Umgang mit den Ärgerlichkeiten

Mit diesen Angewohnheiten schaffst du es, ruhiger im Alltag zu werden, besser zu schlafen, deine Sorgen anders zu betrachten und dir damit einen großen Gefallen zu tun.


1. Betrachte jede Sorge so, dass du dir klar machst, dass du mit dem Resultat weiter leben kannst.

Kleines Beispiel: Wenn unser Auto (toitoitoi) jetzt in den Arsch gehen würde und wir aber in vier Wochen ein Baby bekommen, dann würde mich das ziemlich fertig machen. Ich glaube, ich würde durchdrehen.

Aber rational betrachtet ist es ganz einfach: Es gibt auch Familien, die generell kein Auto besitzen und unser Alltag würde sich erschweren, aber die Welt würde dadurch nicht untergehen. Irgendwie könnten wir damit leben und wenn der Zeitpunkt käme, an dem wir unser Auto reparieren lassen könnten, wäre das Problem ja auch wieder gelöst.


Jede Sorge, die ich habe, versuche ich erst einmal zu entdramatisieren. Alles wird gut. Es gibt Menschen, die schlimmeres erleben und auch damit weiter leben.


2. Deine miese Laune bringt dir nichts und erst recht nichts den Leuten um dich herum

Ich tendiere dazu, meine gestresste Laune dann in meiner Umgebung zu verteilen und mir manchmal auch einzureden, dass alles total scheiße ist. Aber so ist es doch gar nicht. Meine miese Laune, die ich damit verbreite, führt nur zu neuen Problemen (Streit mit dem Mann, Hund ist total nervös, heulende Julia).

Beruhige dich, versuche dir zu sagen: Ich bin nicht so eine Furie. So kennt man mich nicht. Ich entscheide mich dazu, jetzt einfach mal zu chillen.


3. Entscheide dich in dem Moment, in dem du am liebsten durchdrehen würdest, dazu, einfach mal zu versuchen, es nicht zu tun

Als ich heute morgen einen halben Schock bekommen habe, da sich ein Abo, welches ich diesen Monat kündigen wollte, automatisch für ein Jahr verlängert hat (ohne, dass ich etwas dagegen tun konnte, weil ich sonst Kündigungsgebühren hätte zahlen müssen - hohe Gebühren lol), hätte ich am liebsten angefangen zu heulen. Ich habe meinen Mann kontaktiert, bin halb durchgedreht und auf einmal habe ich mich daran erinnert, dass ich so nicht mehr auf solche Dinge reagieren wollte. Ich wollte nicht meinen ganzen Tag davon bestimmen lassen.

Also habe ich mir gesagt: Ist halt jetzt so. Du hakst das Thema jetzt ab und regst dich nicht mehr darüber auf. Und sobald ich mich wieder geärgert habe, habe ich mich schnell gedanklich davon abgelenkt.


4. Akzeptanz! Es ist so, wie es ist und du kannst jetzt nichts daran ändern.

Ja, es ist manchmal schwer, sich einzugestehen, dass man die Situation jetzt nicht mehr unter Kontrolle hat. Wenn irgendwas an deinem Auto kaputt gegangen ist, dann ist es jetzt halt erst einmal für den Moment kaputt. Du kannst es reparieren lassen, aber bis zu diesem Zeitpunkt kannst du dich dumm und dämlich ärgern. Du kannst in den spontanen Momenten erst einmal nichts an der Sache ändern. Es hilft, das einfach zu verstehen.




Der Umgang mit den Gedanken

Jetzt soll es darum gehen, welche Gedanken ich mir angewöhnt habe, um mich nicht ständig über meine Sorgen zu stressen.


1. Rege dich nicht zweimal über eine Sache auf - deine Zukunft kennst du noch nicht sicher

Zu mir hat mal eine Freundin gesagt: Julia, wenn du dich jetzt über eine Sache in der Zukunft sorgst, die du noch gar nicht sicher kennst, dann sorgst du dich zweimal über die gleiche.

Damit meinte sie, ich solle mich erst sorgen, sobald der Fall tatsächlich eingetreten ist. Damit würde ich meine Energien sparen, die ich jetzt für andere Dinge bräuchte.

In mir hat das so einen Klick Moment ausgelöst.

Ich sorge mich jetzt darum, wie ich mit Schlafentzug auskomme, obwohl es auch ausreicht, mich erst darum zu sorgen, wenn ich weiß, wie der Schlafentzug für mich sein wird.


2. Du hast dich selbst unter Kontrolle - du bist kein Opfer von dir selbst

Außerdem mache ich mir Gedanken darum, ob ich eine gute Mutter sein werde und wie ich mit meinem Kind umgehen werde, wenn ich gestresst bin.

Aber das liegt zu 100% in meiner Hand! Ich kann selbst entscheiden, was für eine Mutter ich sein möchte. Natürlich wird es Momente geben, in denen ich mir wünsche, ich hätte mehr Erfahrung, mehr Wissen, mich besser vorbereitet. Aber ich weiß, dass ich eine tolle Mutter sein werde, weil ich mich dazu entscheide. Ich bin kein Opfer meines Stresses. Ich kann selbst kontrollieren, wie ich mit bestimmten Situationen umgehen werde.

Das bedeutet nicht, dass mich der Stress nicht beeinflusst - aber wenn ich ihn spüre, habe ich es in der Hand, wieviel ich davon wieder in die Welt hinaus trage.


3. Die Retroperspektive und Perfektion

Zu wissen, dass niemals alles perfekt laufen wird, macht die ganze Sache leichter. Irgendwann habe ich angefangen, mir in den Momenten, in denen mein Mann und ich uns gestritten haben, zu sagen: Das gehört eben zum Leben dazu. Das ist, was das Leben ausmacht.

Das hört sich total schräg an, aber in den Situationen hat es mir enorm geholfen. Am Ende unserer Tage würden wir darüber sprechen, wie oft wir uns als junge Leute gestritten haben und es wäre nicht schlimm - wir würden einfach nur sagen: Tja, so ist eben das Leben.

Das kann man beziehen auf alle anderen Sorgen. Das Leben ist halt wirklich nicht nur ein Höhenflug. Perfektion ist ein Mythos. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann in meinem Leben einmal alles perfekt war - und das bedeutet nicht, dass es im Umkehrschluss schlecht ist.


4. Alles, was dir passiert, gehört zu deiner Geschichte und das Leben ist ironisch

Bei Wie ein einziger Tag zum Beispiel gibt es eine Szene, in der Noah als Erzähler sagt: Sie stritten jeden Tag, aber sie waren auch verrückt nacheinander (oder so ähnlich).

Was würde der Erzähler in deinem Film sagen? Und wie würdest du es betrachten, wenn du der Zuschauer deines eigenen Filmes wärst?

Bei den meisten Sachen würde ich mir zum Beispiel denken "typisch" oder "tja, die Ironie des Lebens".

In dem Lied "ironic" von Alanis Morissette heißt es:




Das Leben hilft dir aus. Alles, was dir passiert, gehört einfach zu der Geschichte deines Lebens. Und wenn du die Ironie dahinter verstehst, dann werden deine Sorgen auch ganz schnell zu etwas, was sich so anfühlt, als müsste es so sein oder sogar zu etwas, über das man lachen kann.



 

Nun, ich wünsche dir einen wundervoll ironischen Tag. Und hör dir vielleicht mal ironic an. Manchmal hilft das auch.


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