Leb‘ französisch!

Hello hello, meine Lieben. Ich möchte euch etwas über mich erzählen. Ich liebe Frankreich! Vor allem liebe ich die französische Kultur und vielleicht liegt das auch an meinen französischen Wurzeln (von denen ich nur minimal etwas mitbekommen habe) und an meinen Reisen nach Frankreich. Ich spreche zwar kaum ein Wort französisch (in einer Boulangerie wäre ich jedenfalls nicht aufgeschmissen), aber Fakt ist, meine mamie kommt aus Frankreich und väterlicherseits kommt mein grand-père aus dem französischen Teil Belgiens - von ihm hab ich auch meinen Nachnamen. Witzigerweise habe ich das alles erst vor ein paar Jahren erfahren, aber es ergibt mittlerweile Sinn für mich, warum viel, was ich über die französische Kultur gelesen habe, sich deckte mit der Art, wie ich erzogen wurde und aufgewachsen bin.



Zum Beispiel hat mein Papa immer sehr viel Wert darauf gelegt, auf den Markt zu gehen, um sich dort frische Lebensmittel zu gönnen - Käse, Wein, Salami - manchmal war auch ne Curry Wurscht dabei, das muss man schon sagen.

Außerdem hatte er immer verrückte Geschichten zu erzählen & sagt auch jetzt noch zu mir: „Julia, das wichtigste sind deine Erlebnisse. Genieße das Leben“


Meine Mama hat immer viel Wert auf Natürlichkeit gelegt - sie fand es nicht so gut, als ich anfing, mich zu schminken. Außerdem war sie immer mit uns bei Freundinnen unterwegs und legte viel Wert darauf, sich selbst als Frau nicht zu verlieren.


Was hat es mit dem französischen Lebensstil auf sich?


Ich habe in den letzten Jahren immer wieder mitbekommen, dass die französische Kultur und der französische Lebensstil irgendwie zu Trends wurden - i mean, die Franzosen werden ja schon seit Jahrhunderten angehimmelt, beneidet und um sie herum existiert schon sehr lange so ein mystischer Schleier. Was machen die Franzosen anders?


Ganz ehrlich? Ich denke mittlerweile, das ist so ein europäisches Ding. Die Amis sind einfach fasziniert von der europäischen Lebensweise, so wie wir interessiert sind an ihrer.

So viele Unterschiede kann ich gar nicht finden, wenn ich mir Beiträge zum französischen Lebensstil durchlese (auf englisch geschrieben) im Bezug zum Lebensstil hier in Deutschland.


Der einzige und wahrscheinlich in diesem Kontext wichtigste Unterschied ist, dass die Franzosen irgendwie alles lockerer nehmen.


Denn let's be honest, wir Deutschen sind schon ziemlich verklemmt, versteift und streng. Klar, nicht alle. Aber so ganz typisch irgendwie schon - und ich nehme mich nicht davon raus.


Also - was können wir uns von den Franzosen abgucken, um ein wenig mehr Qualität in unseren Alltag zu bringen?

1. Mehr Wert auf Qualität legen!

(Offensichtlich). Denn wenn wir Qualität priorisieren, uns diesen Wunsch immer wieder vor Augen führen, so erkennen wir, was wirklich wichtig ist und was es nicht ist.

Beispiel: Schaust du beim Einkaufen nur darauf, dass du schnell nur das bekommst, was du wirklich brauchst und gehst von Regal zu Regal und kaufst dann noch das günstigste? Versuch doch mal, durch die Gänge zu schlendern (ich weiß, mit Kind ein wenig schwer, aber versuch's mal) und dir genau anzuschauen, ob es irgendetwas gibt, was du gerne mal ausprobieren möchtest. Irgendein Getränk, einen Saft, etwas Süßes?

Dann: geh' an die Käsetheke, um deinen Käse zu kaufen oder schau im Kühlregal, ob es irgendwelche Spezialitäten gibt. Saint Albray, einen guten Brie oder einfach nur Appenzeller?

Das gleiche gilt für die Wurst und den Fisch - und natürlich für den Wein (und das Bier).


2. Mach langsam!

Wir wären hier nicht auf meinem Blog, wenn ich nicht darüber schreiben würde, wie wichtig mir der langsame Lebensstil ist.


Schau dir dazu auch meine Kategorie slow living an!


Wie ich eben schon sagte, nehmen die Franzosen irgendwie alles ein wenig lockerer. Sie leben langsamer. Sie nehmen sich im Café Zeit, um ihren Kaffee zu trinken, sich zu unterhalten und Leute zu beobachten. Sie stehen auch mal später auf, wenn sie das können. Sie schauen nicht zu sehr auf die Uhr, sind nicht immer auf Trab.

Sie geben sich die Zeit, die sie brauchen und wollen.


3. Auch mal faulenzen.

Es ist okay, mal faul zu sein. Meine Güte, es ist sogar wichtig! Unser Gehirn muss auch mal abschalten können, sich zurück lehnen und einfach nur sich selbst genießen. Ich lege regelmäßige Faulenzertage ein. Dabei geht es nicht darum, dass man aufhört, das Leben zu genießen - nein, im Gengenteil: Man genießt es noch mehr. Man gibt sich einfach das, was man braucht.

Das Faulenzen muss auch nicht immer zuhause auf dem Sofa passieren, sondern kann auch im Park oder in irgendeinem Café stattfinden.


4. Sich selbst nicht verlieren.

Als Mama denke ich, ist das vor allem ein wichtiger Punkt. Mamis sind trotzdem noch Frauen mit einem Bedürfnis nach Leidenschaft, Charakter, Kultur und Liebe. Deshalb habe ich nicht aufgehört, mir Zeit dafür zu nehmen, mir meine Fußnägel zu lackieren, mich morgens zu schminken und mir Zeit zu nehmen, um diesen Blog zu schreiben.

Aber auch so verliert man sich selbst schnell, zum Beispiel wenn man sehr viel arbeitet, wenig Zeit hat, um sich um sich selbst zu kümmern. Ich denke, da ist es wichtig, wieder seine Zeit zu priorisieren, vielleicht mit den Stunden runter zu gehen, wenn das möglich ist oder sich sogar einen anderen Job zu suchen. Klar sind wir alle darauf angewiesen, zu arbeiten, um unsere Miete (und den teuren Käse) bezahlen zu können, aber nichts rechtfertigt einen Burnout.





5. Zeit in Beziehungen investieren.

Sei es in Freundschaften, in eine Liebesbeziehung oder in die Beziehung zu den eigenen Eltern (und Kindern) - es ist wichtig, Zeit mit den Menschen zu verbringen, die man liebt und schätzt. Gerade zu Zeiten von Corona ist es oft schwer gewesen, das zu verfolgen. Aber hey, es geht aufwärts und wir müssen uns wieder klar machen, wie wichtig es ist.

Triff dich zum Kaffee, lade deine Freunde ein, geh mit deinem Partner essen, besuche deine Eltern!


6. Zuhause: Kauf dir frische Blumen

Und nicht nur die, sondern auch die wundervolle Tischdecke, die eine Pflanze, die seltsame Vase und das Vintage Schränkchen. Mach deine Wohnung zu einem Zuhause.

Die Franzosen legen viel Wert darauf, dass ihr Zuhause sich heimisch anfühlt & ihren Charakter widerspiegelt.


7. Lass los von der Perfektion

Versuche lieber, Wert auf Erfahrungen zu legen. Lass mal den Staubsauger liegen und backe dafür einen Apfelkuchen. Baue mit deinen Kindern eine Höhle aus Sofakissen und scheiß kurz darauf, wie das Wohnzimmer dann aussieht. Geh lieber raus in die Sonne, mach' ein Picknick, anstatt zuhause zu putzen.

Klar, ein sauberes Klo ist wichtig - aber MUSS denn JETZT der Backofen gereinigt werden?



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8. Akzeptiere die Situation so, wie sie ist.

Tja, nun, an manchen Dingen kannst du nichts ändern. Du kannst dich darüber echauffieren, aber nichts daran ändern - und das tut gut, zu akzeptieren.

Ich habe schonmal darüber geschrieben, dass es manchmal wichtig ist, es sich zu Herzen zu nehmen, dass man nicht die Welt kontrollieren kann, wenn man das auch noch so gerne möchte.

Bist du erkältet? Tja. Dann ist das so. Ist dir deine Lieblingstasse herunter gefallen? Tja, dann ist das so. Verstanden?


9. Lache & hab Sex

Denk nicht so viel darüber nach, was dein Gegenüber jetzt denken könnte. Lass dich gehen, sowohl im Leben, als auch in der Liebe. Mein Mann und ich hatten schon länger darüber nachgedacht, ein Kind zu bekommen, aber geklappt hatte es erst, als ich locker ließ. Ich musste erst mein Abi beenden (hatte es an einem Weiterbildungskolleg nachgeholt) und mich fallen lassen können.


Auch im Alltag erwischen wir uns häufig dabei, dass wir uns zu viele Gedanken darüber machen, ob uns andere irgendwie komisch finden könnten. Aber es ist eben nun mal so: Wir werden es nie erreichen, dass uns absolut jeder leiden kann (oder unkomisch findet). Irgendwer wird uns immer seltsam, eingebildet oder nervig finden. Das ist total normal und sollte auch so sein. Denn wenn dich wirklich jeder leiden kann, frage ich mich, ob du nicht bei jedem gerade die Maske aufsetzt, die derjenige erwartet zu sehen.


10. Schäme dich nicht für dich

Damit meine ich auch, sich nicht zu schämen für die ein oder andere Falte, für die Schwangerschaftsstreifen, für die Pickel, für die Cellulite und und und.

Ich finde, die Franzosen haben einen ganz anderen Umgang mit ihrem Körper. Schonmal in Frankreich am Strand gewesen? Da siehst du alle Formen von Brüsten - denn die laufen da alle oben ohne rum und es ist normal. (wow, gelle?)

Für mich war das erst einmal eine Überwindung, aber irgendwie war es auf einmal auch normal für mich, da es alle gemacht haben. Zusätzlicher Punkt: es war ein mega Selbstbewusstseinsschub!


Wir brauchen uns nicht zu schämen. Mach das beste aus dir!


11. Sei kein people pleaser!

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Weißt du was das ist? Jemand, der seine eigenen Bedürfnisse und Ansichten immer für die der anderen zurück stellt. Jemand, der es immer jedem recht machen möchte. Es ist wie oben schon geschrieben: Du kannst nie zu hundert Prozent jedem Deppen auf der Welt gefallen.


Ich denke, die Franzosen werden immer so unhöflich empfunden, weil sie es nicht versuchen, jedem, der ihnen begegnet, gerecht zu werden. Schneide dir davon eine Scheibe ab. Mach dein Ding, sag, was du sagen willst und ja, zeig auch, wenn es dir schlecht geht oder du schlechte Laune hast. Das ist gut! Sei ehrlich zu dir selbst.


 

Wie in jeder Kultur kann man niemanden über einen Kamm scheren. Überall gibt es Individuen und während diese Punkte für den einen typisch französisch klingen, denkt sich der nächste so wtf.

Aber das ist auch gut so, denn wenn man eine Kultur zu hundert Prozent definieren könnte, dann wäre das ziemlich schade. Wenn du aber auch inspiriert bist von den Facetten der französischen Kultur, so wie ich, dann lass dich von meinem Post motivieren, ein wenig lockerer zu lassen.


Liebste Grüße,

Julia

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