Vielleicht doch lieber ‘Go with the flow’ statt ‘Baby Routine?’

Hello, hello meine Lieben. Heute gibt es einen ganz ungeplanten Gedankengang. Ich war eben auf Instagram unterwegs und dort gibt es eine Dame, die fünf Tage nach mir ihr Baby zur Welt gebracht hat. Sie hat einen Post zum Thema Routine mit Baby, in dem sie schreibt, dass sie eher so diejenige ist, die wie ein Wirbelwind versucht, jeden Tag hinzubekommen, statt eine Routine im Alltag zu haben (dorelie_jolie) und mich hat das zum Nachdenken gebracht. Welche Art Person bin ich, wenn es um Routinen im Alltag geht? Und wie verhält sich das mittlerweile mit Baby?


Bin ich überhaupt die Person für ne richtige Routine?


Also. Let me explain. Vor meiner Schwangerschaft war ich eh schon nicht die routinierteste Person der Welt, aber ich hab immer mein bestes gegeben! Ich hatte zwar keine festen Tage für den Haushalt, hab ihn aber immer hinbekommen. Einmal die Woche war Putztag, ach und für die Wäsche hatten wir tatsächlich einen festen Tag: Mittwoch. Ich habe (fast) jeden Abend frisch gekocht, hab für mein Abi gelernt, welches ich nachgeholt habe und bin auch mehrmals die Woche spazieren gegangen. Morgens stand ich immer um die gleiche Uhrzeit auf, machte mich fertig und frühstückte.


Dann kam die Schwangerschaft und damit auch die Übelkeit bis zur elften Woche (und ab und zu noch danach), dann kam das coole Trimester, in dem eigentlich alles einfach sein sollte (was es durch gefühlt hundert Arzttermine nicht war wegen der Schwangerschaftsdiabetes) und dann kam schon das dritte Trimester, in dem ich keine Kraft für gar nix mehr hatte. Die Schwangerschaft war die unroutinierteste Zeit meines Lebens. Und irgendwie hat man sich daran gewöhnt, obwohl ich mir immer gewünscht hatte, wenigstens wieder ein klein bisschen Normalität zu haben.

Wir werden andere Menschen


Meine Person hat sich also geändert. Ich bin nun eher genau dieser Wirbelwind, der irgendwie alles so hin bekommt. Und sind wir mal ehrlich, mit Baby, das habe ich schon öfter gesagt, ist es eher so ‚go with the flow‘ und höchstens mal ein roter Faden, als eine richtige Routine.

Natürlich kann ich jetzt mein bestes geben und mich zu irgendeiner Routine zwingen, aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, glaube ich nicht daran, dass das so schnell was wird.

Kleine Schritte sind große Schritte


Ich habe gestern angefangen, die kleine zum Nachmittagsschläfchen in ihr eigenes Bettchen im Kinderzimmer zu legen und wow, ich war beeindruckt, wie gut das geklappt hat. Sie hat drei Stunden durch gepennt und ich? Ich stand alle zehn Minuten in ihrem Zimmer und hab sie angestarrt, weil ich dachte „jetzt wird sie wach“.

Da habe ich entschlossen, das zu einer Routine zu machen: sie jeden Tag für ein paar Stündchen zum Nickerchen in ihr eigenes Bettchen zu legen (natürlich nur, wenn sie damit auch einverstanden ist, ich lass sie da nicht weinen, nur um es auf Biegen und Brechen hinzubekommen).


In der Zeit konnte ich das Schlafzimmer aufräumen und für die Nacht vorbereiten, das Wohnzimmer aufräumen und tatsächlich noch einen Blick in meinen Planer werfen, um die Einkaufsliste für die kommende Woche zu schreiben.


Die Motivation ist das wichtigste


Und meine Motivation zur Routine ist groß: ich habe mir white board Stifte bestellt und werde aus einem Glasrahmen, den ich noch habe, ein DIY White Board basteln, welches in die Küche kommt, damit mein Mann und ich am Anfang der Woche immer Bescheid wissen, was so ansteht - wegen Haushalt, Rechnungen, Terminen usw.

Also ja, ich bewege mich in Richtung Routine. Aber ich gebe Dorelie.jolie Recht. Ich bin auch eher so der Wirbelwind, der die Tage irgendwie so geschissen bekommt. Und wenn ich so drüber nachdenke, ist das auch irgendwie beruhigend, das einfach zu akzeptieren.


Akzeptanz und so.


Jetzt mal ehrlich, wat net klappt dat klappt eben net. Ich probiere es immer wieder und scheitere (manchmal mehr, manchmal weniger). Ist es schlimm, nicht jeden Morgen zur gleichen Zeit aufzustehen? Kinder brauchen ja angeblich eine Routine.

Ich bin mir auch sicher, dass die irgendwann automatisch kommt - spätestens, wenn Mutti wieder früh aufstehen muss, um für die Uni zu lernen und allerspätesten, wenn Mutti mit Tochter früh raus muss, weil es in den Kindergarten geht.

Klar sollte die Kleine dann nicht ins kalte Wasser geschmissen werden, aber es ist doch wirklich nicht schlimm, bestummte Dinge einfach auf sich zukommen zu lassen, oder?

Dann sieht halt jede Woche bei uns noch nicht perfekt routiniert aus, aber dafür fühlen wir uns Tag für Tag wohler, eben weil wir unseren neuen Alltag erst einmal kennen lernen können. Akzeptieren, wie es und man ist, ist doch viel wertvoller am Schluss, als sich zu irgendwas zu zwingen.

Liebste Grüße,

eure Julia.

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