Gesunder Egoismus - wichtig und einfach

Hello, hello! Habt ihr auch schonmal in einer Situation gesteckt, in der ihr ganz typisch in der Kategorie "people pleaser" festgehalten wurdet? Mir passiert das leider regelmäßig: Ich traue mich nicht, nein zu sagen und erledige dann Dinge, zu denen ich eigentlich gar nicht bereit bin.


Vor allem zu Zeiten der Pandemie hatte ich immer wieder ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich nicht treffen wollte, weil es mir einfach zu gefährlich war. Durch die Schwangerschaft ist das noch stärker geworden: Ich will mich zum Beispiel auch aktuell nicht treffen, weil ich kurz vor der Geburt stehe und mir das auf den letzten Drücker nicht noch antun möchte.





Aber es fiel mir schwer, den Leuten mitzuteilen, dass ich sie erst einmal nicht sehen möchte, weil ich Angst hatte, sie würden es persönlich nehmen und sich angegriffen fühlen. Und leider taten das auch einige.



Mit einem schlechten Gewissen geplagt, machte ich mir dann regelmäßig einen Kopf darum, ob ich denn nicht so egoistisch sein sollte. Bin ich eine schlechte Freundin? Muss ich auf diese eine Weise nicht für meine Freunde und meine Familie da sein? Nein. Und ich erkläre dir auch heute, warum.



Verständnis zeigen


Wenn mich die Schwangerschaft eines gelehrt hat, dann ist es definitiv, mehr auf meine innere Stimme zu hören und einen Scheiß darauf zu geben, ob meine Entscheidungen, die ich zugunsten meiner Gesundheit und der meines Kindes treffe, anderen gefallen.


Ich kann verstehen, wenn Freunde es nicht toll finden, wenn man sich gefühlt nie sieht. Aber was ich nicht verstehen kann, ist, wenn Freunde die Gründe nicht akzeptieren können, die man dafür hat. Verständnis muss von beiden Seiten kommen. Willst du dich wirklich mit jemandem treffen, der sich eigentlich unwohl dabei fühlt?


Meine beste Freundin zum Beispiel konnte es sogar sehr gut verstehen, dass ich nicht beim Umzug mithelfen würde, weil 1. Schwangerschaft (duh) und 2. habe ich meine sozialen Kontakte in den letzten Wochen auf meinen Mann und meinen Hund reduziert - und für mein Baby und meine Gesundheit und die Chance, meinen Mann bei der Geburt dabei haben zu können, habe ich das gerne getan.



Es darf einem egal sein


Egoismus wird oft als etwas Negatives angesehen. Ich denke, es gibt schon ein gewisses Maß an gesundem Egoismus.

Nein zu sagen zu Dingen, die du einfach nicht möchtest (aus welchen Gründen auch immer) ist in Ordnung. Natürlich muss man dann auch damit rechnen, dass andere einem das gleiche Maß an Egoismus entgegen bringen werden - und auch das ist in Ordnung. Sollten wir nicht einfach die Bedürfnisse unserer Mitmenschen respektieren und nicht maßlose Erwartungen an sie stellen?


Ich will damit nicht sagen, dass du nie wieder deiner Freundin beim Umzug helfen sollst. Aber wenn du ihr nicht helfen möchtest, dann hast du bestimmt gute Gründe dafür und eine gute Freundin wird diese auch verstehen.


Und wenn es Menschen nicht verstehen, dann darf es einem auch mal egal sein.

Es ist ganz einfach, auch einmal nein zu sagen - glaub mir. Wenn du es einmal über dich gebracht hast, dann fällt es dir immer leichter.

Du willst dich nicht treffen? Sag höflich, dass du vielleicht einfach zu müde bist oder einfach, dass du dich nicht treffen möchtest. Du willst heute nicht kochen? Sag einfach Ich habe heute keinen Bock zu kochen. Du willst die zusätzlichen Stunden nicht einspringen? Sag einfach, dass du dich nicht bereit dazu fühlst.

Es ist vollkommen in Ordnung nein zu sagen! Wir brauchen nicht immer ein schlechtes Gewissen zu haben.


Stell dir einfach die frage: Würdest du dich besser fühlen, wenn du heute dazu nein sagen würdest? Ja? Dann sag nein!

Deine Bedürfnisse sind genauso wichtig, wie die deines Gegenüber.


Featured image by: cottonbro von Pexels

15 Ansichten