Haushalt führen und Zuhause kreieren - wo liegt der Unterschied?

Hello, hello!

Ich befinde mich aktuell in der 35. Schwangerschaftswoche und was soll ich sagen - der Haushalt fühlt sich nicht so schwer an, wie in den ersten 12 Wochen, aber er fühlt sich auch nicht so leicht an, wie vor der Schwangerschaft. Lange bis zur Geburt ist es ja nicht mehr und der Nestbautrieb hat bei mir nochmal so richtig gekickt.


Aber ganz leicht ist es nicht, mit dem Haushalt richtig hinterher zu kommen - und dabei auch noch die Ruhe zu bewahren. Kleinigkeiten, mit denen du es schaffst, langsamer zu leben, habe ich dir in diesem Beitrag schon genannt.




Denn für mich ist es wichtig, nicht einfach nur meinen Haushalt zu machen. Ich möchte ihn zu einem Zuhause machen. Ich möchte den Sinn dahinter für mich bewahren - es gibt einen Unterschied zwischen Hausarbeit und Haushaltsführung.

Und vor allem in der Schwangerschaft ist mir klar geworden, dass dieser Unterschied bedeutend ist.



Der Unterschied zwischen Hausarbeit und Haushaltsführung


Hausarbeit

Haushaltsführung

​Man kümmert sich um das Grobe Ganze. Es ist immer ordentlich, man macht die Wäsche, wenn sie gemacht werden muss, man kocht, damit man etwas zum essen hat.

Es wird eingekauft, wenn man etwas benötigt.

Man kümmert sich um die tieferen Ebenen: Es ist ordentlich, aber Perfektion ist nicht so wichtig. Man macht die Wäsche, weil man sich darauf freut, im frisch gewaschenen Laken zu schlafen. Man backt Brot und Zimtschnecken. Man kauft Blumen, die man sich auf den Küchentisch stellt. Abends kocht man für die ganze Familie Tee und man lebt sparsam. Geld wird nur für die Dinge ausgegeben, die man wirklich braucht. Es wird in Lebensmittel investiert und in leckere Gerichte. Geputzt wird, weil man ein Zuhause für seine Familie errichten möchte. Man kreiert ein Zuhause.


Ihr seht: Theoretisch ist Haushaltsführung für mich Hausarbeit mit einem tieferen Verständnis dafür, warum man den ganzen Kram macht. Man legt mehr Wert auf das Gefühl, das man Zuhause hat. Es geht darum, dem Zuhause überhaupt erst einmal einen Wert zu verleihen.


#1: Warum ist mir das durch die Schwangerschaft klar geworden?

#2: Die Erledigung des Haushalts - das Grobe schaffen

#3: Das Tiefergehende: So schaffst du ein Zuhause


Warum ist mir das durch die Schwangerschaft klar geworden?


Ich musste loslassen vom Druck der perfekten Sauberkeit. Auf einmal konnte ich nicht mehr fünf Stunden am Tag Hausputz betreiben, Wäsche machen, jeden Tag staubsaugen etc.

Ich musste mich zurück lehnen, mir meinen Wohnzimmertisch anschauen, auf dem die Fingerabdrücke immer mehr wurden und damit leben können (ja, ich bin normalerweise so pingelig).


Mir wurde auf einmal bewusst, dass aber nicht die saubere Glasplatte mir ein Gefühl von Zuhause gegeben hätte. Selbst, wenn ich die Kraft gehabt hätte, in meinen Putzwahn zu verfallen, hätte es mir nicht mehr und nicht weniger ein Gefühl von Heimat gegeben.


Durch die Schwangerschaft habe ich gelernt, dass es viel wichtiger ist, meinem Kind das Gefühl geben zu können: "Hier ist mein Zuhause", anstatt "in meinem Zuhause ist es immer perfekt sauber".

Mal davon abgesehen, dass der Haushalt mit Kind noch eine schwerere Aufgabe sein wird, als der Haushalt im ersten Schwangerschaftsdrittel.

Aber ein Kind erinnert sich nicht an die saubere Glasplatte - es erinnert sich daran, dass Mama jeden Samstag Kuchen gebacken oder immer gut duftende Blumen aufgestellt hat. Es erinnert sich an die gemütlichen Abende auf dem Sofa, daran, dass es beim Wäsche waschen geholfen hat oder beim Spülen. Und vor allem erinnert es sich daran, aus den Sofakissen eine Höhle gebaut zu haben oder mit Papa ein Schloss.


Das Grobe: Deinen Haushalt erledigen


Zunächst möchte ich dir ein paar Tipps geben, wie du dein Heim effektiv zu einem Zuhause machst, indem du deinen Haushalt erledigst. Wir wissen alle, bestimmte Dinge müssen erledigt werden.

Ich empfehle dir nur eine andere Herangehensweise.


1. Siehe deine Aufgaben nicht als eine Last an...

...sondern als eine Möglichkeit, dich wohlzufühlen.

Irgendwie hat es auch etwas beruhigendes, seine Umgebung sauber zu machen. Man fühlt sich danach doch viel wohler und freut sich, dass man es gemacht hat.

Es ist alles eine Sache der Einstellung. Wäschst du deine Wäsche schon mit dem Gedanken "ich muss das noch machen", dann verlierst du den Blick für das sinnliche dahinter. Spiele mit dem Duft, rieche an der frischen Wäsche, freue dich darüber, dass du die Aufgabe erledigt hast. Freue dich über saubere und frische Wäsche und priorisiere das Gefühl danach - nicht das Gefühl, welches du vorher hast (ich habe keinen Bock).


2. Erstelle dir eine Haushaltsroutine.

Routinen erleichtern uns das Leben. Wenn du meinen Blog liest, weißt du, dass ich jedoch sehr viel Wert darauf lege, mich nicht in den Produktivitätsmantel zu begeben, sondern Routinen und Pläne eher als Hilfe dafür anzusehen, langsamer und bewusster leben zu können.

Früher war Samstag immer Putztag - an diesem einen Tag habe ich alles erledigt, was erledigt werden musste.

Seit der Schwangerschaft ist es mir nicht mehr möglich, mich an einem Tag abzuschuften.

Ich versuche mittlerweile einfach jeden Tag ein bisschen etwas zu erledigen.

Dafür kann es helfen, sich zum Beispiel vorzunehmen, Montags zu staubsaugen, Dienstags das Klo zu putzen, Mittwochs Oberflächen zu wischen/Staub zu wischen, etc...


3. Kleinere Aufgaben jeden Tag

In diesem Beitrag habe ich dir schon von ein paar kleinen Dingen erzählt, die du jeden Tag auf die Schnelle in deinem Haushalt erledigen kannst.

Wenn du deine Aufgaben jeden Tag wahrnimmst, kommen sie dir auf die lange Sicht gesehen auch nicht mehr so riesig und herausfordernd vor. Klar gibt es auch immer größere Dinge, die mal gemacht werden müssen (zum Beispiel Backofen oder Kühlschrank reinigen). Aber du bist froh, wenn dir dann die ganzen Kleinigkeiten, wie zum Beispiel Staubsaugen oder Boden wischen, nicht mehr im Weg stehen.

Nimm dein Zuhause jeden Tag wahr. Schaue, wo du dich vielleicht noch mehr um es kümmern kannst - ein bisschen Magie spielen lassen kannst. Mach es zu deinem Ort, um den du dich sorgst.


4. Schreibe dir morgens eine To Do Liste...

... nicht Sonntags für die ganze Woche, sondern jeden Morgen neu. Und wenn du Dinge hast, die du nicht heute erledigen kannst, dann mach dir eine große Liste für allgemeine Dinge, die mal erledigt werden müssen. Schaue dann jeden Tag auf die Liste und überlege dir, wofür du an diesem Tag die Kraft und die Motivation hast (oder was unbedingt erledigt werden muss, weil du sonst kein Essen mehr im Kühlschrank hast).

Mit den To Do's meine ich keine Arzttermine oder ähnliches. Ich meine lediglich Dinge wie Staubsaugen, Wischen, Einkaufen gehen, hier und dort anrufen, Küche aufräumen, Wäsche waschen, ...

Am Ende des Tages kannst du den Zettel dann entsorgen (oder aufheben, weil es dich freut, ihn dir anzusehen.






Das Tiefergehende: Ein Zuhause kreieren.


Als nächstes möchte ich dir ein paar Tipps mitgeben, durch die dein Haushalt und dein Heim mehr Wert bekommen. Es sind Kleinigkeiten, Angewohnheiten oder auch Dinge, die vielleicht erst einmal gar nicht so wichtig scheinen, aber ein unglaublich großes Ausmaß haben können. In einem Zuhause wohnt man nicht einfach nur - man lebt darin.


1. Lerne, sparsam zu leben

Zurück zum Ursprung: Gib dein Geld nicht aus für Dinge, die du eigentlich nicht brauchst. Überlege dir genau, was du brauchst. Lerne, von den einfachen Dingen zu leben. Nein, du musst nicht jede Woche shoppen gehen. Lege Wert auf Lebensmittel und Putzmittel. Versuche, Produkte zum Putzen vielleicht sogar selbst herzustellen.

Gib dein Geld lieber für Erfahrungen aus - und damit meine ich zum Beispiel auch das Plätzchenbacken an Weihnachten oder für ein tolles Gericht am Abend, das du dir und deiner Familie kochst.

Oder für den Tag im Schwimmbad mit deinen Kindern.

Sparsam leben bedeutet auch, sich wirklich durch den Kopf gehen zu lassen, ob es wichtig ist, eine bestimmte Sache jetzt wirklich zu besitzen.


2. Kaufe Second Hand ein

Darüber habe ich vor Kurzem noch einen ganzen Beitrag verfasst, in dem ich darüber gesprochen habe, warum Second Hand für mich Gemütlichkeit bedeutet.

Natürlich sparen wir Geld dadurch, dass wir Dinge gebraucht kaufen. Und der Umwelt tun wir damit auch etwas Gutes. Aber es gibt noch einen wichtigen Aspekt, der für mich eine Rolle spielt: Charakter.

Die Möbel, die wir besitzen, halten andere vielleicht für altmodisch und hässlich. Aber unsere Wohnung sieht nach unserem Zuhause aus. Wir besitzen nur ganz wenige Möbelstücke, die wir neu gekauft haben. Der Rest ist vintage. Das mag anderen nicht gefallen, aber unsere Wohnung heißt trotzdem willkommen. Sie sieht nach uns aus. Sie passt zu uns.

Bis man die richtigen Möbel findet, kann einige Zeit vergehen und man muss sich Mühe geben. Aber genau das führt auch dazu, dass man sich ein Zuhause errichten kann.


3. Vergiss die Trends

Es ist zwar nie verkehrt, sich zu inspirieren, aber meines Erachtens geht dadurch das verloren, was ein Heim zu einem Zuhause macht, wenn man immer nur irgendwelchen Interior Trends hinterher läuft. Am Ende sieht jede Wohnung gleich aus (und manchmal auch billig).

Es könnte jeder dort wohnen, wo du wohnst. Wenn dein Heim deine Persönlichkeit widerspiegelt, dann fühlt es sich auch an, wie dein Zuhause.

Ich meine, wäre Lorelai Gilmore wirklich Lorelai ohne ihr maximalistisches shabby Haus, welches uns an Pizza Abende erinnert? Hier kannst du übrigens herausfinden, warum ich denke, dass wir uns alle ein bisschen etwas von Lorelai Gilmore abgucken können.


4. Lege Wert auf ein Gefühl, nicht auf trendige Deko.

Habt ihr das auch manchmal, dass ihr irgendwas auf dem Weihnachtsmarkt oder beim Bummeln findet, bei dem ihr euch in eure Kindheit zurück versetzt fühlt?

Ich habe das aus irgendeinem Grund bei allem, was glitzert.

Oft nehmen wir das Teil dann nicht mit, weil: "wohin damit?"

Ich rate euch jetzt jedoch: Nehmt es mit. Stellt es euch irgendwo hin, wo ihr es immer sehen könnt und erfreut euch daran. Wenn ihr schon Geld für Deko ausgebt, dann achtet wenigstens darauf, was euch das Stück für ein Gefühl vermittelt.

Zu Weihnachten habe ich mal von meinen Eltern eine wunderschöne Schneekugel geschenkt bekommen - ich hole sie jedes Jahr raus und stelle sie mir dort hin, wo ich sie immer griffbereit habe. Meine Eltern haben sie mir geschenkt, weil ich vorher noch zu ihnen sagte, dass mich die Schneekugel immer an Weihnachten mit der Familie erinnert und mir dann immer ganz warm ums Herz wird.


5. Mache Dinge zur Regelmäßigkeit, die normalerweise nur ab und zu stattfinden.

Backe jeden Samstag, Koche sonntags was großes, mache einmal in der Woche einen Spieleabend. Frühstücke jeden Morgen zusammen. Füll dein Heim mit Erfahrungen.


6. Kümmere dich um deine Mitbewohner (zb. Familie)

Sorge dafür, dass nicht einfach nur alles gemacht wird, damit es erledigt wurde, sondern stecke in alles dein Herz und deine Liebe. Stehe ein wenig früher auf, um deinen Kindern ein extra leckeres Frühstück zuzubereiten. Koche deinem Mann morgens den Kaffee. Backe Kekse, die du als kleine Überraschung auf dem Esstisch platzierst.


7. Sorge für den Duft...

Seien es Räucherkerzen, ein Diffusor oder Duftkerzen. Sorgst du für einen angenehmen Raum Duft, so strahlt dein Heim direkt "Herzlich Willkommen" aus. Außerdem kannst du mit Düften die Stimmung beeinflussen - ich liebe es zum Beispiel abends vor allem ein Duftöl mit Vanille Duft in den Diffusor zu tropfen. Tagsüber mag ich eher Eukalyptus. Und ganz oft, wenn ich mich wirklich richtig zuhause fühlen möchte, zünde ich ein Räucherstäbchen an.


8. Schätze das, was du schon hast und halte es in Stand

So manche Dinge ersetzen wir leider zu schnell, weil es scheinbar nicht mehr zum Rest unserer Einrichtung oder unserem Stil passt. Ist es nicht aber viel schöner, bestimmte Möbelstücke wirklich über Jahre hinweg zu besitzen? Ist es nicht irgendwie inspirierend, dass bestimmte Stücke so viel Erinnerungswert haben, wie sie alt sind?


Es war schon fast traumatisch für mich, mein altes Sofa an meine Eltern zu verschenken (es war aber wirklich einfach zu klein - nur ein Dreisitzer von Ikea und in unserer neuen Wohnung hatte der Vormieter ein großes Ecksofa zu verkaufen). Dieses Sofa war das erste große Möbelstück, das sich mein Mann und ich damals geleistet haben. Ich bin froh, dass es jetzt bei meinen Eltern steht und nicht irgendwo in einer fremden Wohnung.


Den Vintage Esstisch, den wir second hand ergattert haben, werden wir wahrscheinlich bis in alle Ewigkeiten behalten. Er muss gepflegt werden und bestimmt wird er irgendwann nicht mehr so aussehen, wie jetzt, aber ich freue mich einfach darauf, mich an ihn zu setzen und mich an die schönen Erlebnisse zurück zu erinnern, die wir als Familie mit ihm verbinden.



 


Du siehst, es gehört manchmal nicht viel dazu, einen Ort, an dem man einfach nur wohnt, zu einem Zuhause zu machen. Sicherlich gibt es noch tausend andere Dinge, die für dich Zuhause sein bedeuten. Gerne kannst du mir dazu in den Kommentaren ein paar Worte da lassen, wenn du magst.



 

FEATURED IMAGE: Dzedyshko von Pexels

IMAGE: Lisa Fotios von Pexels




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