Loslassen vom Druck der perfekten Sauberkeit

Hello, hello!

Ich würde mich als eine sehr saubere Person bezeichnen. Ich lege viel Wert auf Ordnung und fühle mich in einer sauberen Umgebung wohler, als in einer unordentlichen (geht es eigentlich irgendwem nicht so?)


Mir fällt es auch normalerweise sehr leicht, mich um meinen Haushalt zu kümmern. Seit meiner Schwangerschaft hat sich jedoch einiges geändert...

Denn wenn ich überraschenderweise mal die Energie für einen richtigen Hausputz habe, dann bleibt noch die Frage, ob ich diese Energie dann dafür auch nutzen möchte.



Foto von Karolina Grabowska von Pexels


Perfektion ist doch sowieso ein Mythos


Nichts ist perfekt. Das wissen wir. Aber bis vor kurzem noch war es mir unangenehm, wenn Besuch kam und es staubig war oder das Fell meines Hundes in irgendwelchen Ecken neues Leben gebildet hatte.

Ich setzte mich so unter den Druck, es unbedingt immer sauber haben zu müssen, dass ich nicht nur einmal mittags einen Kreislaufzusammenbruch hatte, weil ich mich überanstrengt habe.


Das ganze hat mich die Frage stellen lassen: Ist es das wirklich Wert? Ist es wirklich so nötig, dass alles immer blitzeblank sauber ist?


Unordnung ist doch irgendwie auch natürlich, oder?


Mach dich mal locker, Julia. Ich habe gemerkt, dass es viel mehr Sinn für mich ergibt, wenn ich jeden Tag ein bisschen etwas erledige, als mich einmal die Woche hinzustellen und Großputz zu machen.

Es ist vollkommen normal, dass nicht immer alles perfekt sauber ist und dass es auch mal staubig und vor allem haarig ist, wenn man einen großen Hund hat.

Es ist normal, dass nicht immer alles an seinem Platz liegt und dass die Wäsche noch nicht aufgehängt wurde, weil man einfach jetzt in diesem Moment keinen Bock hat.


Lehn dich zurück


Die Schwangerschaft ist ein weiterer, guter Grund, sich einfach mal zurück zu lehnen und zu sagen "jetzt nicht".

Es ist auch okay, sobald das Kind einmal da ist.

Und auch, wenn es sein Zimmer schon selbst aufräumen kann.


Ist es wirklich so schlimm, wenn jetzt irgendwas dumm rum liegt oder wenn es mal ein bisschen dreckiger, als sonst ist? Nein. Wir sind alle keine Messies, nur, weil wir seit zwei Wochen den Boden nicht gewischt haben.

Lebensqualität äußert sich doch auch meist durch ganz andere Dinge, als eine saubere Wohnung.