Die perfekte Wohnung - warum ich mich von diesem Gedanken getrennt habe

Hello, hello! Kennt ihr das? Ihr scrollt so durch Pinterest und seht die wundervoll eingerichteten Häuser - Boho, Parisian chique, Minimalism, Maximalism - was es auch sein mag, jedes mal fühle ich mich in unserer Wohnung so, als ob es ungemütlicher nicht ginge.





Unsere Möbel bestehen zu 99% aus Vintage und sind gebraucht. Bei uns heißt es eher so 'zusammengestückeltes Etwas', wenn es um unseren Einrichtungsstil geht. Hier kannst du übrigens darüber lesen, warum für mich Second Hand Gemütlichkeit bedeutet.

Passt aber auch, denn mein Mann und ich sind genauso: Mein Mann mit Dreadlocks, eher der Hippie, ich eher die Langweilige lol. Ich stehe auf klassische Schnitte, auf dezente Muster, aber auch gleichermaßen Dinge, die nach Kunst aussehen. Also alles in grau und trist könnte ich auch nicht haben.


Weg von den Pinterest Trends, hin zur gemütlichen Bude


Ok, nicht dass diese perfekten Pinterest Wohnungen nicht gemütlich sind, ganz im Gegenteil, sie sind ja eben traumhaft - aber sind wir mal ehrlich, meistens wird unsere Wohnung nie so aussehen, wie diese perfekte Pinterest Wohnung.


Ich habe lange gebraucht, um zu kapieren, dass das etwas Gutes ist.


Inspiration hin oder her, meistens macht es einen doch einfach nur depressiv, dass man es nicht genauso hin bekommt, wie auf dem Bild. Jetzt denke ich mir mittlerweile, dass man sich zu viel Inspiration holen kann, wenn man so will. Man verliert den Bezug zur Realität - man schaut nicht mehr, was in der eigenen Wohnung am besten rüber kommen würde, was der eigene Stil ist, was einem ganz unabhängig von perfekten Pinterest Bildern gefällt. Ich denke, die perfekte Balance zu finden zwischen sich nur inspirieren/mal einen Zeh in das tauchen, was einem gefallen könnte/lernen, was einem gefällt und sich verkrampfen auf: genau so muss meine Wohnung jetzt aussehen, damit es sich nach einem Zuhause anfühlt, ist schwierig.


Was macht denn eigentlich meine Wohnung zu einem Zuhause?


Ich hatte sehr lange in unserer neuen Wohnung das Gefühl, ich könnte mich nicht richtig zuhause fühlen. Manchmal habe ich immer noch Schwierigkeiten, anzukommen. Aber es wird besser uns besser mit jeder neuen besonderen Anschaffung, die ich mache.


Rein materialistisch betrachtet macht folgendes meine Wohnung zu einem Zuhause: Dinge, die einen besonderen Wert haben, ein besonderes Muster, bei denen ich direkt gedacht habe 'muss ich haben', die ein schönes Licht werfen, die ich gerne angucke, Pflanzen, usw.


Noch besser wird das Gefühl von Zuhause sein jedoch durch jedes neue Erlebnis, welches ich hier schaffe.


Zum Beispiel Dinner Partys, gemütliche Pizza Abende mit meinem Mann, das erste mal Wickeln auf der Wickel Kommode im Kinderzimmer meiner Tochter, die ersten schlaflosen Nächte, das gemeinsame Musik machen an meinem Geburtstag mit Freunden, Halloween Abende, etc.


Übrigens habe ich schon einmal über ein ähnliches Thema geschrieben;

wie hängt der Haushalt damit zusammen, ein Zuhause zu kreieren?


Allein in dieser Wohnung Mama geworden zu sein, hat das Gefühl von einem Zuhause so ungefähr um zehntausend Punkte aufgelevelt.


Die perfekte Wohnung existiert nicht!


Jetzt mal ganz ehrlich. Klar haben wir eine Vorstellung davon, wie unsere Traumwohnung aussehen würde. Aber wenn wir irgendwo zu Besuch sind, ist es dann wirklich die scheinbare Perfektion hinter dem Zuhause der Person, welche einladend auf uns wirkt?


Für mich ist es das Gefühl, welches mir der Ort gibt, was einladend auf mich wirkt.


Damit meine ich den Duft, die Wärme und auch die Person, die dort lebt. Manchmal passt der Teppich dann nicht zum Sofa, aber man sieht einfach, dass in diesem Heim genau diese Person lebt und bei dieser Person fühle ich mich wohl, also auch hier.


Warum ich mich also von dem Gedanken an die perfekte Wohnung getrennt habe


In erster Linie habe ich mich davon getrennt, weil ich verstanden habe, dass egal, wie nahe mein Wohnzimmer dem Foto auf Pinterest kommt, es nicht mehr oder weniger dazu beitragen wird, ob meine Wohnung für mich ein Zuhause ist.


Kann auch sein, dass es mir in ein paar Wochen gar nicht mehr gefällt.


Des Weiteren glaube ich mittlerweile ganz fest an Persönlichkeit, wenn es um das Wohnen geht - ich liebe Wohnungen oder Häuser, bei denen du direkt erkennst, dass diese eine Person dort lebt.


Ist das nicht irgendwie viel schöner, als sich von Trend zu Trend entlang zu hangeln?

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