Leb nach deiner eigenen Ästhetik

Hello, hello. Es ist kaum zu glauben und ich weiß nicht, wie lange ich Zeit habe, um diesen Artikel fertig zu schreiben, aber meine kleine süße wundervolle Tochter schläft gerade in ihrem eigenen Bettchen, statt mit mir im Familienbett (natürlich nicht für die ganze Nacht, denn sie ist Seitenschläferin und noch ist es mir zu riskant, aber hey). Aus diesem Grund habe ich noch eine kleine Chance, ein bisschen zu schreiben.


Ein Beitrag, der mich schon länger in meinem Kopf begleitet, ist genau dieser. Es geht um Trends, Ästhetik und Ideale, die uns im Alltag mit Social Media begleiten.


Lass los von Inspirationen - es ist genug


Ein bisschen etwas über mich: Ich hab's mal geliebt, mich inspirieren zu lassen von Leuten, Situationen, Lebensumständen, Lebensstilen und so weiter. Ich war schon verrückt nach neuen Inspirationen! Wer könnte ich morgen sein? Was ist mein neues Ideal? Heute die Study Tante, morgen das Farm Girl, übermorgen die Vintage Hausfrau - kein Scherz.





Einziges Problem: Ich hab irgendwann nicht mehr gewusst, wer ich wirklich bin.


Ist es nicht eigentlich schön, sich gegenseitig zu inspirieren und inspirieren zu lassen?

Ja, total! Bis zu einem gewissen Grad schon.


Ich lasse mich auch immer noch gerne von anderen Mamas inspirieren, gerade weil ich eben frisch Mama geworden bin - ich schaue gerne, was ich mir an Tipps und Tricks abholen kann, wie ich das Kinderzimmer gestalte oder was für süße Outfits ich meiner Kleinen anziehe.

Aber sobald es in Richtung Vergleichen geht, muss ich mich selbst stoppen.

Ich kann einfach nicht diese andere Mutter, diese andere Frau sein. Auch, wenn sie mein Ideal wäre.


Manchmal lassen wir uns zu viel inspirieren - wir jagen einem Ziel hinterher, welches uns alles, was nicht diesem Ziel entspricht, anfühlen lässt, als sei es wertlos.

Dein Leben ist eben einfach nicht die perfekte Pinterest Pinnwand


Aber dein Leben ist deine ganz eigene perfekte Welt - und das gilt es, zu realisieren und auszukosten!


Leb deine eigene Ästhetik, leb deinen eigenen Trend, sei dein eigenes Ideal.


1. Lerne, loszulassen

Also. Schau dich einmal um. Wer bist du, was hast du, was ist deine Realität? Trenne dich einmal komplett von den Idealen, die dir online begegnen. Trenne dich von der einen Influencerin, die du so magst - auch, wenn sie super ist. Aber sei doch mal ehrlich. Wenn sie nicht sogar das komplette Gegenteil von dir ist, dann lebt sie trotzdem ein anderes Leben, oder?

Befreie dich einmal von deinem Wunschdenken.


2. Definiere deine Realität

Schau dich an und um. Wer bist du? Was umgibt dich? Wie sieht deine Wohnung aus? Dein Haus? Dein Auto? Einfach alles. Klar, ich würde nie behaupten, dass es nicht wichtig sei, für seine Träume zu kämpfen und dass man sich einfach mit dem zufrieden geben sollte, was man hat, obwohl man unglücklich ist, aber dazu kommen wir gleich noch.


Jetzt ist es jedoch erst einmal wichtig, seine Realität zu checken und zu verstehen, was da los ist.


Wie würdest du deine Realität beschreiben, wärst du der/die ProtagonistIn eines Buches?


Ich bin eine junge, durchschnittliche Mutter, die in ihrem chaotischen Leben versucht, irgendwie noch kreativ zu sein. [...]


3. Ganz losgelassen von den Idealen: Worauf stehst du so?

Wenn du nun darüber nachdenkst, was du interessant findest, ohne, dass du deine idealen Instagram Menschen im Kopf hast, was fällt dir dann ein?


Kurzes Beispiel. Mein Feed existiert aktuell aus wunderschönen, meist beigen Kinderzimmern, schwangeren Frauen, perfekten Bildern von ihren perfekt eingerichteten Wohnungen, mit all dem Schnick Schnack, den eine (werdende) Mutter so besitzen kann.

Ich denke mir währenddessen so: Scheiße, bei mir sieht's nicht so aus. Ich wünschte, es würde bei uns so aussehen, dann würde ich mich wohler fühlen. Mh. #instagramvsreality







Aber wenn ich mich frei mache von diesem Instagram Ideal, welches bei mir nur im Kopf herum schwirrt, während ich die App geöffnet habe oder an sie denke, wird mir klar, dass ich eigentlich einen ganz anderen Stil habe.


Ich stehe auf Bilder mit Tiefe, auf künstlerische Fotografie, unperfekte Situationen, Romantik, Kultur, Leidenschaft. Ich stehe auf laue Sommerabende mit Apfel Cidre und dem Duft von Holzkohle und Zigaretten.


Mein Ideal ist nicht die beige Mutti mit ihren beigen Klamotten und dem beigen Kinderzimmer.

Ich stehe auf Nostalgie und Melancholie.



4. Wertschätzung

Es hat einen Grund, warum es bei mir nicht so aussieht, wie bei der einen Influencerin (die beige). Eigentlich hat es mehrere.

  1. Wir tendieren dazu, uns mit Dingen zu umgeben, die einen persönlichen Wert für uns haben. Die Einrichtung meiner Wohnung ist zwar nicht perfekt instagram worthy, aber sie spiegelt die Persönlichkeit meines Mannes und mir wieder.

  2. Ich hab ganz einfach gesagt nicht die Kohle, um mir ein Ikea Einrichtungszimmer zusammen zu stellen

  3. Mein Einrichtungsstil ändert sich hin und wieder

  4. Ich kaufe Dinge, wenn sie in mir ein bestimmtes Gefühl auslösen, nicht, weil sie zu irgendwas passen

  5. Ich bin einfach nicht diese Influencerin - offensichtlich

Aber macht das alles die ganze Sache in irgendeiner Weise schlimm? Nö.

Klar könnte ich mir nach und nach einen anderen Stil aneignen, aber wenn ich in meine Wohnung komme, fühle ich mich zuhause. Es duftet nach meinem Zuhause, die Decken fühlen sich an nach Zuhause, mein Bett lädt mich ein, meine Tochter hat ihr Zimmer hier und mein Mann ist da.


Für dich heißt es nun, wertzuschätzen, was du hast. Kann es vielleicht sogar sein, dass dein Zuhause schon längst der Ästhetik entspricht, die du verfolgen würdest, wenn du ganz allein auf deine innere Stimme hörst?


5. Fühl deine Ästhetik

Der letzte Schritt ist es nun, dein eigenes Ideal auszuleben. Wenn du einmal für dich definiert hast, was dich von innen heraus inspiriert, dann liegt es nur noch daran, jeden Tag Momente zu finden, in denen du danach leben kannst.


Ich habe oben geschrieben, dass ich Leidenschaft und Tiefe mag. Das bedeutet für mich persönlich, dass ich jeden Tag versuche, meine Leidenschaft zu verfolgen & meine Kamera dabei zu haben, wann immer es geht. Tiefe bringe ich in mein Leben, indem ich mich regelmäßig mit meinen Gefühlen auseinandersetze, indem ich tanze, indem ich ja zu Einladungen sage, indem ich selbst ein einladendes Leben führe.


Was kannst du in dein Leben integrieren, um nicht mehr einfach nur einer virtuellen idealen Version von dir hinterher zu jagen? Frag dich mal ehrlich: Wer bist du und was willst du?


Und ne ganz knifflige Frage:


Wer wärst du, wenn du nicht jetzt leben würdest, sondern ungefähr 30 Jahre früher?



 

Ich hab manchmal das Gefühl, wir sehen mittlerweile alle gleich aus, machen alle das gleiche und niemand setzt sich mehr so richtig mit seinen eigenen Ideen auseinander. Es geht nicht darum, auf Biegen und Brechen anders zu sein. Wenn du die beige Mutti mit den beigen Klamotten und der beigen Einrichtung bist und das bist halt einfach vollkommen Du, fühl dich bitte nicht angegriffen. Ich find's ja cool. Dieser Stereotyp diente nur zur Verdeutlichung eines bestimmten Trends, der zur Zeit die Runde macht (berechtigterweise). You do you, mehr möchte ich mit diesem Beitrag nicht sagen.

Hier ist niemand besser oder schlechter, als der andere. Ich möchte dich nur mal dazu inspirieren (lol), über deine wirklichen Interessen nachzudenken - in dich zu gehen und dich zu fragen, ob du nur einem Trend hinterher rennst oder wirklich auf das abfährst, was dir täglich entgegen gebracht wird.

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