Das 2. Trimester - die Schwangerschaftsdiabetes

Hello, hello!

Heute soll der zweite Teil meiner kleinen Reihe kommen. Der Rückblick auf das zweite Trimester meiner Schwangerschaft.

Im ersten Teil habe ich dir bereits davon berichtet, wie ich von meiner Schwangerschaft erfahren habe und wie es mir in den ersten 12 Wochen ging.


 


Inhalt:


#1: Die Übelkeit geht...

#2: Das Loslassen von den Ängsten

#3: Sich nicht schwanger fühlen

#4: Der große Knall

#5: Meine Ernährungsberaterin und ich

#6: Die Nadelphobie

#7: Die Lehre, die ich daraus zog

#8: Schlusswort


 




Und die Übelkeit geht...


Das zweite Trimester startete damit, dass ich langsam merkte, wie meine Übelkeit verschwand. Ich konnte mich auch wieder mit Freunden treffen, ohne nach einer Stunde sagen zu müssen "Ich kann nicht mehr". Aber von diesem Energieschub, von dem immer so viele berichteten, spürte ich nichts.

Meine Erschöpfung war zwar besser, aber immer noch da.


Aber so langsam fühlte ich mich wieder wie ich selbst - wieder als Mensch.

Ich konnte wieder meinen Haushalt erledigen, ohne umzukippen, mein Mann hatte morgens nicht mehr so große Sorge, wenn er mich alleine ließ und ich schaffte es tatsächlich auch mal, lange spazieren zu gehen.


Das Loslassen von den Ängsten


Was mir besonders auffiel war, dass ich endlich locker lassen konnte von meinen Ängsten. Sie waren immer noch da, aber ich kam langsam in den Groove des schwanger seins. Mittlerweile hatte ich mir gut angeeignet, was ich essen durfte und was nicht und nicht jedes kleine Zwicken bereitete mir eine so große Sorge, wie zuvor.

Aber wegen der Pandemie hatte ich dennoch noch eine ganz schöne Angst, dass irgendwas schief gehen würde - und diese Angst vor der Coronimoni ist auch bis heute noch nicht weg gegangen.


Ich fühlte mich noch nicht schwanger - das anfängliche Shoppen


Im zweiten Trimester fingen mein Mann und ich an, Ausschau zu halten nach Dingen, die wir bräuchten. Vorher trauten wir uns noch nicht so richtig - und ehrlich gesagt hatte ich echt lange Probleme, mich richtig schwanger zu fühlen. Ich hatte das Gefühl, dass die Verkäuferinnen bei CuA mich anschauten so in der Art "Was hat denn die Alte hier in der Baby Abteilung zu suchen?!"

René und ich pickten also sorgfältig unseren ersten Schlafsack und die ersten Bodies heraus. Meine Güte, war das ein Gefühl... Es hatte gut getan, sich nicht mehr zurück zu halten, weil man immer im Kopf hatte "Was, wenn ich das umsonst kaufe?" - klar, es kann immer etwas passieren, aber irgendwann muss man ja mal anfangen, zu kaufen.


Auch die ersten Möbel suchten und fanden wir auf Kleinanzeigen - und schon bald räumten wir unser Büro und es wurde zum Kinderzimmer umfunktioniert.


Immer mal wieder setzte ich mich auf den Schaukelstuhl im Kinderzimmer und stellte mir vor, wie dort in ein paar Monaten ein kleines Wesen zuhause sein würde. Find ich immer noch verrückt.


Das zweite Trimester war ziemlich unspektakulär und zumindest in meinem Fall stimmte es, was die Leute darüber sagen: Es geht rum, wie nix.


Während sich die ersten zwölf Wochen angefühlt haben, wie ein Flug zum Mond, war das zweite Trimester eher so ne Bootstour. Und wie sieht es jetzt aus? Auf den letzten vier Wochen bis zur Geburt fliege ich nochmal zum Mond und mache noch einen Abstecher zum Mars.


Der große Knall: Schwangerschaftsdiabetes


Im zweiten Trimester hatte ich viel Zeit, mich einfach nur auf den wachsenden Bauch zu konzentrieren und mich zu entspannen - bis auf die 24. Woche. Denn da wurde der Blutzucker Test gemacht und fiel bei mir nicht besonders gut aus.

Wie wahrscheinlich viele andere Schwangere auch, dachte ich erst einmal, ich wäre nicht richtig diagnostiziert worden. Ich weigerte mich einzusehen, dass ich tatsächlich Schwangerschaftsdiabetes haben sollte - selbst noch nach dem großen Test beim Diabetologen.


Meine Ernährungsberaterin und ich


Dazu kam noch, dass ich eine richtig anstrengende Ernährungsberaterin hatte, die meine Fragen mit "das habe ich Ihnen doch schon erklärt" abwimmelte und die mir eigentlich nicht weiter helfen konnte.

Es fing an damit, dass mir ein Sensor aufgeschwatzt wurde, mit dem ich einfach ganz schnell digital meinen Zucker messen konnte. Tja, wäre ja schön gewesen, wenn das Ding auch richtig funktioniert hätte. Laut dem Teil war ich nämlich so unterzuckert, dass ich den Notarzt hätte rufen sollen wenn ich noch ansprechbar gewesen sein sollte.

Außerdem habe ich allergisch auf irgendwas in dem Ding reagiert - also raus aus meinem Arm damit.

Zu meinem dunkelblauen Bluterguss, den ich durch das Ding hatte, sagte meine Beraterin übrigens nichts.


Die Nadelphobie


Ich habe dann angefangen, manuell zu messen und ich mit meiner Nadel- und Blutphobie habe mir schon den Horror schlechthin vorgestellt.

Was ich dazu sagen kann, ist, dass es wirklich gar nicht so schlimm ist. Meine Fingerkuppen sind auch nicht halbtot, so wie jeder sagt. Man muss sich ein wenig rein fuchsen, bis man den Dreh raus hat, dass genug Blut raus kommt und man die richtige Stelle trifft. Aber innerhalb von einer Woche hatte ich den Dreh raus.

Viel nerviger fand ich es, wirklich immer zu dokumentieren, was ich gegessen hatte und jeden Pups aufschreiben zu müssen.


Nachdem ich mich übrigens von meiner Ernährungsberaterin trennte und ihr sagte, dass ich keine Lust mehr habe, sie zu sehen, weil ich mir alles selbst erarbeiten müsste (worauf sie antwortete, dass ja die richtige Beratung jetzt erst angefangen hätte - die letzten vier Wochen wären ja nur zum sich Kennenlernen gewesen - junge, ich bin nicht für immer schwanger? Vier Wochen sind eine lange Zeit in einer Schwangerschaft - da brauche ich niemanden groß erst kennen zu lernen?!), war ich wieder bei meinem Diabetologen in Beratung, der mir ziemlich schnell klar machte, dass ich Insulin spritzen müsse.

Also wieder ne neue Nadel - ganz super.


Ich war überrascht, wie einfach das Insulin spritzen jedoch ging! Und auch, wenn ich wieder ein Weilchen brauchte, um mich da rein zu fuchsen, hat es knapp eine Woche gedauert, bis ich den Dreh wieder raus hatte.


Aber durch die Diabetes kamen wieder die neuen Sorgen - und jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich wahrscheinlich bald eingeleitet werden muss. Aber das erfahre ich erst nächste Woche.


Was ich daraus mitnahm


Die Diabetes machte mir mein zweites Trimester also ein bisschen kaputt - aber was ich dadurch lernte, war, dass es eben so ist als Mutter: Du musst dich selbst zurück stellen, wenn es um die Gesundheit und Sicherheit deines Kindes geht.


All umfassend war das zweite Trimester einfach nur ein Film, der an mir vorbei zog. Ich fühlte mich wohl, verglich meinen Bauch zwar ein zwei mal zu viel mit den Bäuchen von anderen (don't do that), machte mir ein zwei mal zu viele Sorgen darum, ob mein Kind zu klein sei, aber alles in allem war es ziemlich entspannt.


Schlusswort


An jede Frau, die sich aktuell im zweiten Trimester befindet: Nimm dir noch einmal Zeit für dich. Mach das, was du tun willst - die Ausflüge, die Erlebnisse etc etc.

Denn das dritte Trimester könnte nochmal anders zuschlagen.

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