Adulting 101 - Davon profitiert jeder

Hello, hello!

In deinen Zwanzigern erlebst du wahrscheinlich die größte Lebensumstellung überhaupt. Man fängt an als diese Person, die sich irgendwie so durch's Leben dümpelt und endet vielleicht vor dem Altar und sogar schon mit zwei Kindern. Natürlich trifft das nicht auf jeden zu und das Leben ist auch mit 30 nicht vorbei, so, wie es oft gerne behauptet wird. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es dann nochmal richtig los geht.

Aber noch gehöre ich selbst zu den 20ern (werde im Juni diesen Jahres 27) und deshalb dachte ich, es könnte interessant sein, mal darüber zu schreiben, welche Erfahrungen zum Thema Erwachsenwerden mich so begleitet haben.


1. Halte deine Umgebung sauber


Ich schreibe immer wieder darüber, wie wichtig Ordnung und Sauberkeit für mich ist. In einem meiner letzten Beiträge habe ich dir Tipps gegeben, mit denen du mit nur ein wenig Aufwand und Zeit dein Zuhause jeden Tag ein wenig ordentlicher halten kannst.

Für mich gehört es definitiv dazu, sich aus der Teenie Höhle, in der das Schulbrot in der Tupper Box verschimmelt, die Mama seit zwei Wochen sucht, hinaus zu arbeiten in ein Zuhause, um das man sich kümmert, sorgt und welches man wertschätzt.

Ein Heim zu einem Zuhause zu machen bedeutet auch, dass man es sich gemütlich macht, aber keine Deko der Welt kann Unordnung ausgleichen.

Mir zum Beispiel ist es sehr wichtig, dass sich mein Besuch wohl fühlt. Und wie schon berichtet, ist es nicht immer perfekt bei uns zuhause - es liegen auch mal Sachen in der Gegend herum oder es müsste auch mal wieder Staub gewischt werden und manchmal sammelt sich auch die Wäsche. Aber die Grundordnung ist immer da.


Räum deine Sachen direkt in die Spüle/Spülmaschine, richte die Sofakissen, mach morgens dein Bett. Versuche, dein Heim zu einem Zuhause zu machen.


Sorge regelmäßig dafür, deinen Laptop und dein Handy auszumisten. Gehe durch Schubladen und Co. Nimm dir die Abstellkammer vor.





2. Reflektiere dich


Ein ganz großes Muss für das Leben als "Erwachsener" (LOL) ist für mich, die Fähigkeit zu haben, sich regelmäßig und ehrlich reflektieren zu können. Habe ich mich richtig oder falsch verhalten? Was würde etwas an meiner Situation ändern? Habe ich genug dafür getan? Wie kann ich besser werden?


Nichts ist so schlimm, wie Menschen, die sagen, "so bin ich halt" , denn ganz ehrlich? Nur eine dumme Ausrede dafür, sich nicht ändern zu müssen.

Ja, es ist wichtig, sich selbst akzeptieren zu können. Aber dennoch ist es faul, zu sagen, man sei schon vollkommen, nur, weil man nicht damit umgehen kann, dass Menschen Fehler machen - und damit auch man selbst.


3. Lerne, mit Papierkram umzugehen


Einer der Punkte, die ich am meisten hasse und worin ich auch am schlechtesten bin. Mittlerweile habe ich drei Ordner für unsere Unterlagen.

Aber das ist auf jeden Fall schonmal ein Fortschritt zu dem, wie ich meinen Papierkram vorher sortiert habe: Ab in die Schublade damit.


All die Unterlagen, die du so bekommst, wirst du wahrscheinlich noch einmal brauchen. Wichtig ist vor allem, einen Überblick über

  • Steuer ID

  • Rentenversicherungsnummer

  • Krankenversicherungsnummer

  • Versicherungen und Altersvorsorge

  • Abrechnungen

  • Mietvertrag, Handyvertrag, etc

  • Strom und Gas Verträge

  • Rechnungen

zu behalten und diese Unterlagen immer griffbereit zu haben. Wir haben zum Beispiel einen Ordner nur für Abrechnungen und einen Ordner, in dem alles enthalten ist, was unsere Wohnung betrifft. Und dann gibt es noch unsere persönlichen Ordner, wo der ganze Kram für jegliche Versicherungen, Altersvorsorge und drum und dran abgeheftet ist.


3. Such dir einen Finanzberater


Wir haben auf jeden Fall den Vorteil, dass einer unserer besten Freunde unser Finanzberater ist. Aber dennoch muss ich sagen, dass wir ohne ihn wahrscheinlich entweder gar nicht in unsere Altersvorsorge investieren würden und damit als Rentner ganz schön am Arsch wären (Inflation Leute) oder zu viel bezahlen würden.

Der Vorteil? Er ist unabhängig - das bedeutet, er hat nichts davon, uns an irgendwen zu verkaufen.

Das würde ich auch auf jeden Fall empfehlen. Es gibt verschiedene Kanzleien/Firmen, die unabhängig und provisionsfrei arbeiten (oder immer die gleiche Provision bekommen).


In die Altersvorsorge zu investieren ist so unheimlich wichtig und ich weiß, dass vor allem viele junge Leute viel zu spät damit anfangen oder auch gar nicht. Die paar Tausend Euro die du dir zur Seite legst, sind in fünfzig Jahren kaum noch etwas Wert. Informiere dich über Inflation. Es gibt auch Inflationsrechner, die du verwenden kannst, falls du neugierig bist, wieviel du sparen müsstest, damit du in deiner Rente davon mehrere Jahre leben könntest (spoiler: ist fast unmöglich).


4. Kochen lernen


Peinliche Story: Ich hatte mal was mit einem Kerl, da war ich 19, der dann mal für ne Nacht bei mir in der WG geblieben ist. Wir dachten uns mittags, wir könnten uns was kochen (und weil's ein Arsch war, erwartete er von mir, dass ich für ihn koche). Ich konnte zu dem Zeitpunkt gerade mal dafür sorgen, dass ich nicht verhungere.

Ich "zauberte" ihm also ein Gemisch aus gefrorenen Erbsen und Nudeln in Sahnesauce und es war so ekelhaft, dass ich es nicht einmal selbst essen konnte. Am nächsten Tag twitterte er "Also es gibt nichts attraktiveres, als Frauen, die kochen können". Halt's Maul.

Damit möchte ich keiner Frau sagen: Lern für deinen Mann kochen.

Ich meine nur, dass es wirklich gut tut, Kochen zu lernen. Auch als Mann. Denn dann kannst du deiner Frau was kochen, wenn sie es nicht kann.


Mittlerweile ist es doch auch so leicht, an gute Rezepte zu kommen. Und man kann unheimlich Geld sparen dadurch!

Heute Abend koche ich übrigens Gnocchis mit Schwarzwälder Schinken und Zucchini in Pfeffer Sahne Sauce. Dauert vielleicht ne halbe Stunde (wenn überhaupt).


5. Nimm deine Termine wahr - und kümmere dich regelmäßig darum!


Ich hasse den Zahnarzt. Also - nicht meinen Zahnarzt... Der ist cool und macht seinen Job gut (deshalb habe ich zu ihm gewechselt). Aber ich hasse es, zu wissen, dass ich zum Zahnarzt muss.

Früher habe ich also immer abgewartet, bis es wieder einen wirklichen Grund gab, zum Zahnarzt zu gehen und habe mir damit keinen Gefallen getan.

Mittlerweile nehme ich einmal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung wahr (meine beste Freundin ist zahnmedizinische Fachangestellte und sie hat mir versichert, dass es wirklich nicht nur Geldmacherei ist) und gehe regelmäßig zur Kontrolle.


Geh zur Krebsvorsorge, lass alle paar Jahre ein großes Blutbild machen, kümmere dich um einen Finanzberater, lass dein Auto durch checken. Was es auch ist, nimm es wahr.





6. Lerne mit Geld umzugehen


Dazu gehört, zu wissen, dass man sich es nicht leisten kann, sich wieder Essen zu bestellen oder am Wochenende weg zu gehen. Dazu gehört auch, seine Ausgaben im Blick zu halten und ein Budget einzuführen. Oder auch Budgets für alles, was man sich so kauft:

  • Kleidung

  • Lebensmittel

  • Beauty

  • Reisen

  • Auto (und alles, was dazu gehört)

  • etc.

Außerdem gehört es auch dazu, zu schauen, wo man sparen kann (siehe Finanzberater).


7. Mach deine Steuererklärung


Und wenn du es nicht selbst kannst (so wie wir), dann engagiere einen Steuerberater.

Für unseren bezahlen wir einen Pauschalpreis und bekommen einfach eine Checkliste und um den Rest müssen wir uns nicht kümmern. Beruhigend.

Aber erst dadurch haben wir jetzt mal erfahren, wie viel wir eigentlich zu viel an Steuern bezahlen.

Willst du dieses Geld verschenken?


8. Leg dir Geld zur Seite


Auch, wenn du davon vielleicht nicht in deiner Rente leben kannst, schadet es nie, ein paar hundert Euro zur Seite gelegt zu haben. Wir zum Beispiel haben immer etwas gespart, um allein schon den Tierarzt bezahlen zu können, wenn etwas mit unserem Hund ist. Außerdem haben wir von dem gesparten erst einmal Babymöbel kaufen können und bezahlen jetzt auch unseren Steuerberater davon.

Im Mai müssen wir zum Tüv. Das bedeutet, es könnte sein, dass dann wieder etwas auf uns zukommt. Ach und wer weiß, wie dieses Jahr die Strom- und Gasabrechnung aussieht (daran will ich noch gar nicht denken...)


Leg dir Geld zur Seite, in dem du

  • das, was du am Ende des Monats noch über hast, abhebst, anstatt es mit in den neuen Monat zu nehmen

  • jede Woche einen kleinen Betrag in eine Sparbüchse machst

  • dein Wechselgeld weg legst

  • jeden Monat einen Festbetrag auf ein Sparkonto einzahlst

  • Geldgeschenke weg legst

  • dein Weihnachtsgeld sparst

  • Erstattungen zur Seite legst (zb. Wasserabrechnung)


9. Bilde dich


Auch, wenn du bereits aus der Ausbildung oder dem Studium draußen bist, versuche, dich immer weiter zu bilden. Versuche, neue Eigenschaften und Fähigkeiten zu entwickeln oder dich einfach umfangreich über ein neues Thema zu informieren.

Lerne eine neue Sprache oder versuche dich im Job weiter zu bilden.


Lerne kochen, nähen oder einfach, wie man eine Bohrmaschine verwendet. Informiere dich.


10. Informiere dich über Politik (aber übertreib es nicht)


Mit übertreib es nicht meine ich, dass du dich nicht verrückt machen sollst. Unsere Politik ist aktuell ein ganz schön polarisierendes Thema und ich habe mir irgendwann gesagt, dass es für meine Nerven gesünder ist, einfach mal uninformiert zu sein.

Aber versuche, wenigstens die Grundsätze unserer Politik und von Politik im Allgemeinen zu verstehen. Wie sieht die Politik auf dem Rest der Welt aus?


11. Leg Wert auf die Dinge, die du schon hast und kümmere dich um sie


Das kann man beziehen auf persönliche Dinge, wie zum Beispiel dankbar zu sein für die Beziehung, die man hat oder die schöne Wohnung.

Aber auch Möbel, Geschirr, dein Handy, dein Drucker, deine Pflanzen etc. sind Dinge, um die du dich kümmern solltest, auf die du aufpassen solltest, damit sie nicht so schnell ersetzt werden müssen.

Ich liebe unseren Wohnzimmertisch und rege mich jedes mal total darüber auf, wenn jemand an ihm rumwackelt, weil ich nicht möchte, dass er kaputt geht. Ich liebe auch unseren Wohnzimmerteppich, auf den unser Hund schon zweimal gekotzt hat und finde es total schade, dass ich die Flecken nicht mehr richtig raus bekommen habe. Es ist ein geknüpfter Teppich, weshalb alles, was ich versucht habe, das Problem noch schlimmer gemacht hat.

Aber wegschmeißen werde ich ihn nicht.

Unseren alten Wohnzimmerteppich (den ich auch vergöttert habe), liegt jetzt im Kinderzimmer unserer Tochter, die bald zur Welt kommt. Und auch diesen werden wird behalten und pflegen bis in alle Ewigkeit.


Ein Schlusswort


Ich glaube niemandem fällt der Weg ins Erwachsenenleben leicht. Es ist ein Kampf. Und er kommt mit richtig nervigen Sachen. Ich wiederhole: Ich hasse Papierkram.

Aber am Ende machen wir es uns mit ein paar Eigenschaften und Angewohnheiten leichter, auch, wenn es erst einmal nicht so aussieht.



 

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IMAGE MONEY: Foto von cottonbro von Pexels